ÖBIB: ÖIAG-AR-Chef Wolf kritisiert Reform

Wien - ÖIAG-Aufsichtsratschef Siegfried Wolf hat die Reform der Staatsholding, die künftig als ÖBIB in GmbH-Form geführt werden soll, kritisiert. "Ein großer Schritt oder ein großer Wurf ist da sicher nicht gelungen", sagte Wolf im "Kurier" (Donnerstagsausgabe). "Die Koordinierung von Staatseigentum sehe ich in diesem Modell nicht".

Man sei den "Weg des geringsten Widerstands" gegangen und habe eine "ausschließlich parteipolitische Kompromisslösung" gewählt. Künftig würden bei Postenbesetzungen politische Interventionen dominieren, während der ÖIAG-Aufsichtsrat bisher die Funktionen international ausgeschrieben habe.

Er selber sei nicht gekränkt oder enttäuscht, so Wolf, er sei ohnehin ein "Auslaufmodell", da sein Mandat mit der Hauptversammlung 2015 sowieso beendet wäre.

Namentlich erwähnt Wolf mit kritischen Worten den SPÖ-Mitverhandler Arbeiterkammer-Wien-Direktor Werner Muhm, während er Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) verteidigt. Dieser habe offenbar einen politischen Kompromiss machen müssen, um nicht andere Themen zu gefährden.

In der letzten ÖIAG-Aufsichtsratssitzung werde man eine schriftlich Bilanz ziehen und übergeben, "um vorzubeugen, dass alles, was bisher war, schlecht gemacht wird", kündigt Wolf an. "Es ist bedauerlich, dass die Arbeit der Vergangenheit jetzt plötzlich keinen Wert mehr hat und alles dem parteipolitischen Kompromiss geopfert wird. Unsere Bilanz kann sich sehen lassen, denken Sie nur an das Erfolgsbeispiel Voest."

Ex-Magna-Manager Wolf war erst im Juni 2014 zum Aufsichtsratspräsidenten der ÖIAG gewählt worden. Politisch war seine Wahl umstritten, einerseits wegen seiner Position bei Russian Machines des Oligarchen Oleg Deripaska sowie wegen seines Naheverhältnisses zum russischen Präsidenten Wladimir Putin. Der ÖIAG-Aufsichtsrat erneuerte sich aber seit der schwarz-blauen Regierungskoalition zu Anfang der 2000er-Jahre selbst, die Politik hatte keinen Einfluss. Zuletzt war das Vorgehen der ÖIAG im Zusammenhang mit der Telekom Austria-Übernahme durch America Movil von Carlos Slim heftig umstritten.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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