ÖBIB - Gewerkschafter, AK und SPÖ jubeln über Aus für ÖIAG

Wien/Mexiko-Stadt - Das Ende der ÖIAG und der Neustart durch die Nachfolgeholding ÖBIB hat heute, Dienstag, für Jubel bei Gewerkschaftern und Arbeiterkammer gesorgt. Die Opposition hingegen zeigte sich weniger begeistert und fürchtet die Rückkehr des Polit-Proporz.

Arbeiterkammer-Präsident Rudi Kaske sprach von einer "guten Lösung für Österreichs Industrie". Damit hätte es die Regierung in der Hand "dass der österreichische Einfluss bei unerwünschten Übernahmeversuchen auch zukünftig gesichert werden kann". Privatisierungen seien somit nur noch im Auftrag der Regierung möglich. ÖGB-Präsident Erich Foglar zeigte sich zufrieden, dass die von Gewerkschaftsseite kritisierte Selbsterneuerung des Holding-Aufsichtsrates nun Vergangenheit ist.

"Diese ÖIAG-neu darf nicht missbraucht werden, um weitere Privatisierungen anzustoßen", warnte der Gewerkschafter und Sprecher der Arbeitnehmervertreter im bald nicht mehr existenten ÖIAG-Aufsichtsrat, Helmut Köstinger. ""Die bisherigen Privatisierungen haben für den Staat, für die österreichische Bevölkerung und für die arbeitenden Menschen nur Negatives gebracht." Also werde man jeden Privatisierungsversuch bekämpfen.

SPÖ-Industriesprecher Rainer Wimmer hielt ebenfalls mit seiner Freude nicht hinterm Berg: "Diese ÖIAG ist Geschichte, und das ist gut so." Regierungskoordinator Josef Ostermayer (SPÖ) sprach von einer "schwarz-blaue Fehlkonstruktion" bei der ÖIAG, bei der ÖBIB werde nun wieder der Eigentümer seiner Verantwortung nachkommen.

Weniger Begeisterung herrscht beim Team Stronach. "Inhaltlich ändert sich durch die Umformung der ÖIAG zur ÖBIB leider gar nichts - es geht SPÖ und ÖVP nur um die Einflussnahme der Politik", kritisierte Klubobfrau Kathrin Nachbaur. Das Fehlen einer "Abkühlphase" mache sie zu einer "Versorgungsstelle von Altpolitikern und Kammerfunktionären". Für die NEOS feiert "der Proporz das größtes Comeback seit Hermann Maier".

Ruperta Lichtenecker, Wirtschaftssprecherin der Grünen, sieht den Jubel der Regierung auch eher unbegründet: "Die Abschaffung der Selbsterneuerung des Aufsichtsrates war längst überfällig. Das jetzt als die Meisterleistung zu feiern, zeige die Genügsamkeit dieser Bundesregierung auf."

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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Novartis investiert 200 Mio. Euro in Tiroler Standorte