ÖBB und DB orten breite Zustimmung zu neuer Bahnstrecke im Inntal

Innsbruck/Rosenheim/Wien (APA) - ÖBB und die Deutsche Bahn (DB) orten aufgrund einer Umfrage des deutschen Meinungsforschungsinstituts Forsa eine breite Zustimmung der Bevölkerung zum Ausbau der Bahnstrecke im bayerischen und Tiroler Inntal. 78 Prozent der Befragte würden demnach im Brennernordzulauf einen wichtigen Beitrag zur Lösung der Verkehrsprobleme sehen, teilten die ÖBB am Freitag in einer Aussendung mit.

Die deutschen Meinungsforscher befragten von Mai bis Mitte Juni einen repräsentativen Querschnitt der Menschen im Projektgebiet rund um Rosenheim und im bayerischen sowie im Tiroler Inntal. "Im österreichischen Teil des Bahn-Planungsraums wünschen sich sogar 94 Prozent der befragten Personen einen Ausbau der Eisenbahn", meinte Martin Gradnitzer, ÖBB-Projektleiter. Für 84 Prozent der Bewohner sei der Lkw-Verkehr mit seinen Belastungen laut Umfrage "besonders ärgerlich".

Bürgerinitiativen würden das Trassenprojekt jedoch als Milliardengrab kritisieren, berichtete die Deutsche Presseagentur (dpa). Sie halten den Ausbau für nicht notwendig, warnen vor Folgen für die Umwelt und fürchten eine zusätzliche Verkehrsbelastung vor ihrer Haustüre. "Die Telefonumfrage der DB mutet sehr seltsam und obskur an", sagte der Zweite Vorsitzende des Bürgerforums Inntal, Peter Margraf, zur dpa. Die Bahn mache den Versuch der Werbung in eigener Sache. Der Öffentlichkeit solle suggeriert werden, es bestehe Zustimmung. Der Umfrage zufolge sorgt sich mehr als die Hälfte der Befragten, dass die Bahn zu wenig für den Lärmschutz tun werde. 38 Prozent waren ganz oder eher der Meinung, der Ausbau benötige zu viel Fläche. 76 Prozent hoffen aber auch, dass die Region von der neuen Infrastruktur profitieren wird.

Mitte Juni hatten ÖBB und DB erste "Grobtrassen-Entwürfe" für den Nordzulauf zum Brennerbasistunnel (BBT) vorgestellt. Mit diesen Vorschlägen habe man nun die Diskussion mit der Projektregion gestartet, an der eine neue Bahnstrecke entlangführen könnte, hatten die Verantwortlichen betont. Der Planungsbereich erstreckt sich vom Tiroler Inntal, südlich von Kufstein über Rosenheim in Richtung München. Bis Anfang 2020 möchten die Bahnen im Dialog mit den 25 betroffenen Gemeinden eine Auswahl treffen.

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