ÖBB-Aufsichtsrat konstituiert, Töchter-Gremien vor Besetzung

Wien (APA) - Heute hat sich der von rot-schwarz auf blau-schwarz umgefärbte Aufsichtsrat der ÖBB konstituiert. Vorsitzender wurde wie erwartet der FPÖ-nahe Heta-Vorstandsdirektor Arnold Schiefer, stellvertretender Vorsitzender der ÖVP-nahe Chef der Hagelversicherung Kurt Weinberger. Auch die Namen für die Neubesetzungen derselben Gremien bei ÖBB-Personenverkehr und Rail Cargo Austria (RCA) wurden bekannt.

"Das mir entgegengebrachte Vertrauen ehrt mich sehr", so Schiefer in einer ÖBB-Aussendung. "Gemeinsam mit dem Management der ÖBB gilt es nun, die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft dieses großartigen Unternehmens zu stellen." Angebote für Kunden im Personen- und Güterverkehr sollen verbessert werden. Der damit verbundene zielgerichtete Ausbau des Schienennetzes seien wichtige Schwerpunkte der neuen Bundesregierung - "mit besonderem Blick auf die Effizienz der eingesetzten Mittel", so Schiefer.

Neben Schiefer und Weinberger gehören auf Kapitalseite die FPÖ-nahen Andreas Reichhardt als zweiter AR-Chef-Stellvertreter, Monika Forstinger, Norbert Gugerbauer, Barbara Kolm, Karl Ochsner sowie die ÖVP-nahe Cattina Leitner an. Belegschaftsvertreter sind Roman Hebenstreit als dritter AR-Chef-Stellvertreter, Günter Blumthaler, Olivia Janisch und Andreas Martinsich.

In den Aufsichtsräten der ÖBB-Konzerntöchter Personenverkehr und RCA bleibt ÖBB-Chef Andreas Matthä Mitglied - und dürfte traditionsgemäß der Vorsitzende bleiben. Schiefer zieht bei beiden Töchtern in den Aufsichtsrat ein.

Bei der ÖBB-Personenverkehr ziehen weiters neu ein: Raiffeisen-Managerin Ilse Groiß, Rechtsanwältin Agnes Kienast, Touristikerin Teresa Pagitz sowie Weinberger. Ins Aufsichtsgremium der RCA kommen neben Matthä und Schiefer der Kärntner Ex-BZÖ-Politiker Heinz Freunschlag, Rechtsanwältin Gesswein-Spiessberger sowie die Unternehmerinnen Jasmine Holter-Hofer und Barbara Thaler, die auch Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer Tirol ist.

Bei der ÖBB-Infrastruktur bleiben als Kapitalvertreter Philippe Gauderon, Josef Halbmayr und Herbert Kasser. Neu dazu kommen Unternehmerin Iris Germ, Rechtsanwältin Eva Hieblinger-Schütz, Kolm und Ex-ÖBB-Infrastruktur-Vorstandsmitglied Gilbert Trattner.

Die ÖBB stünden vor großen Herausforderungen, auch wegen der Eisenbahnpakete auf EU-Ebene, so der schlagende Burschenschafter Schiefer. "Das Unternehmen muss sich dem zunehmenden Wettbewerb aber auch dem Generationenmanagement und der Digitalisierung mit einer positiven Grundeinstellung stellen", glaubt Schiefer. Dafür sei das Unternehmen gut aufgestellt. "Die ÖBB sind Top bei Pünktlichkeit und Kundenzufriedenheit. Damit können wir mit optimistischem Blick nach vorne schauen."

Als entscheidend sieht Schiefer das Management des bevorstehenden Generationswechsels an "ohne dass es in den Bereichen Sicherheit und Qualität zu merkbaren Schwankungen kommt". Es stehen in den nächsten Jahren bis zu 10.000 Neuaufnahmen im ÖBB-Konzern bevor. "Es gilt nun, diesen innerbetrieblichen Staffellauf optimal zu organisieren und parallel dazu die Konkurrenz und den Marktdruck nicht aus den Augen zu verlieren."

Bei der Auswahl der Aufsichtsräte in den Teilkonzernen der ÖBB sei auf Ausgewogenheit und Expertise aus den unterschiedlichsten Bereichen wertgelegt worden, so der neue Aufsichtsratschef.

Im Zuge der Umfärbung des Aufsichtsrates war es zu Irritationen vor allem bei der SPÖ gekommen - aufgrund der Geschwindigkeit, die an den Tag gelegt worden war. Die Entlastung der bisherigen Aufsichtsräte mit Brigitte Ederer war nicht abgewartet worden. Nun ist Ederer auch in den Aufsichtsräten der ÖBB-Teilkonzerne Geschichte, in der Infrastruktur war sie wie im Konzern die Gremienchefin gewesen.

Die konstituierenden Sitzungen der Aufsichtsräte der Tochtergesellschaften sind für März geplant. Dann werden die Vorsitzenden und deren Stellvertreter offiziell gewählt.

Wien (APA) - Beim Korruptionsprozess gegen Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser (FPÖ/ÖVP) und andere wurde heute bei der Durchsicht bisheriger Einvernahmeprotokolle des Hauptangeklagten auch das Mandarin-Konto erläutert. Dieses Konto ist laut Anklage Grasser zuzurechnen, er selber dementiert das heftig. Mehrere Bargeldeinzahlungen in sechsstelliger Höhe im Jahr 2008 wurden dabei heute erwähnt.
 

Newsticker

Grasser-Prozess - Hohe Bargeldzahlungen auf Mandarin-Konto

Berlin (APA/Reuters) - Die Beitragszahler der deutschen Arbeitslosenversicherung werden im kommenden Jahr um etwa 5,8 Milliarden Euro entlastet. Die deutsche Bundesregierung brachte am Mittwoch eine entsprechende Absenkung des Beitragssatzes um 0,5 Prozentpunkte auf 2,5 Prozent auf den Weg.
 

Newsticker

Deutscher Regierung beschloss mehr Geld für Hartz-IV-Bezieher

Hagen/Linz (APA/dpa) - Deutschlands größte Buchhandelskette Thalia will dem Leserschwund nicht länger tatenlos zusehen. Thalia-Chef Michael Busch kündigte am Mittwoch in Düsseldorf eine Neuausrichtung der Kette an, die annähernd 300 Filialen in Deutschland, Österreich und der Schweiz betreibt.
 

Newsticker

Buchhandelskette Thalia will Leserschwund stoppen