ÖAMTC startet Elektro-Scooter-Sharing in Wien und Graz

Wien/Graz (APA) - Der ÖAMTC startet ab heute, Dienstag, ein Elektro-Scooter-Sharing in Wien und Graz. Die zu Beginn 150 Fahrzeuge in Wien und 15 weitere in Graz können mittels Smartphone-App "ÖAMTC easy way" für Android und iOS ausgeliehen werden, hieß es bei einer Pressekonferenz am Dienstag. Fahren darf die E-Scooter jeder, der in Besitz eines Moped- oder B-Führerscheins und einer Kreditkarte ist.

Für die Registrierung ist außerdem ein Selfie erforderlich. "Mit unserem E-Scooter-Sharing werden wir erstmals zum Mobilitätsanbieter", sagte ÖAMTC-Direktor Oliver Schmerold und betonte, dass keine ÖAMTC-Mitgliedschaft notwendig sei, um den neuen Service zu nutzen. "Wir starten mit akkubetriebenen Scootern, weil gerade im innerstädtischen Bereich ein flexibles, umweltfreundliches und günstiges Fortbewegungsmittel sinnvoll ist." Das Geschäftsgebiet erstreckt sich in Wien innerhalb des Gürtels, der Tangente und der Donau und in Graz auf das gesamte Stadtgebiet. "Wir glauben, dass hier der größte Bedarf besteht", sagte ÖAMTC-Landesdirektor für Wien, Niederösterreich und Burgenland, Ernst Kloboucnik.

Eine Fahrt bis zu 30 Minuten kostet vier Euro - für jede weitere Minute werden zehn Cent verrechnet. Die Bezahlung erfolgt monatlich im Nachhinein. "Wir haben uns bewusst für einen Mindestzeitraum von 30 Minuten pro Fahrt entschieden, um Stress und mögliche Unfälle zu vermeiden", sagte Kloboucnik. Die Reichweite der E-Scooter beträgt bis zu 100 Kilometer, hängt aber stark von der Fahrweise ab. Es könne jedoch garantiert werden, dass die in der App angezeigten Fahrzeuge genügend Akkuladung haben, um zumindest eine halbe Stunde lang fahren zu können, betonten die ÖAMTC-Direktoren. Club-Mitarbeiter mit elektrisch betriebenen Wartungsfahrzeuge kümmern sich um Akkuladung und diverse Servicemaßnahmen.

Die E-Scooter dürfen ausschließlich alleine gefahren werden. Im Topcase - einem kleinen am E-Scooter angebrachten Koffer - finden sich zwei Helme unterschiedlicher Größe, die laut Kloboucnik "sehr, sehr viele Kopfgrößen abdecken". Damit sich niemand ekeln müsse, liegen zudem Einweg-Hygienehauben im Topcase, die unter dem Helm getragen werden können.

Das neue Angebot wird vom Anbieter als Ergänzung und nicht als Konkurrenz zum öffentlichen Verkehr gesehen. "Vor allem zu Stoßzeiten und für die Absolvierung von kurzen Wegen bieten sich die E-Scooter als Ergänzung an", sagte ÖAMTC-Direktor Schmerold. Als Erstinvestitionssumme führte er im Gespräch mit der APA rund 800.000 Euro an. "Wir hoffen, dass wir heuer 10.000 registrierte Nutzer erreichen. Im Schnitt sollten die E-Scooter drei bis vier Fahrten pro Tag absolvieren", sagte Schmerold.

"In Graz starten wir den Betrieb mit 15 E-Scootern in einem kleineren Umfang, weil es dort weniger Erfahrungen mit Sharing-Angeboten gibt", erklärte Schmerold. Wenn die E-Scooter dort gut angenommen werden, könne das Angebot jedoch rasch erweitert werden. Auch Ausweitungen des Geschäftsgebiets schloss der ÖAMTC-Direktor nicht aus: "Wenn es viele Anfragen geben sollte, dann werden wir uns das überlegen und gegebenenfalls das Geschäftsgebiet erweitern."

Dass der E-Scooter-Flotte ein ähnliches Schicksal wie den asiatischen Leihrädern blühe, die oft Opfer von Vandalismus wurden und mittlerweile aus dem Stadtbild Wiens verschwunden sind, glaubte Schmerold nicht: "Was mit den Leihrädern passiert ist, zeigt in Wahrheit, dass die Bevölkerung nicht reif dafür ist, mit Dingen, die ihnen nicht gehören, verantwortungsvoll umzugehen. Aber wir sehen schon einen Schwelle von einem anonymen Fahrrad hin zu einem Verkehrsmittel mit Zulassung und Kennzeichen." Dass der eine oder andere E-Scooter umgeschmissen werden wird, lasse sich vermutlich dennoch nicht vermeiden.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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