Obama wirbt für erneuerbare Energien

Angesichts des Widerstands der Kohle-Lobby gegen seine Klimaschutzauflagen für Kraftwerke hat US-Präsident Barack Obama ein nachdrückliches Plädoyer für erneuerbare Energien gehalten. Die Eindämmung des Klimawandels sei "eines der wichtigsten Themen nicht nur unserer Zeit, sondern aller Zeiten", sagte Obama am Montag bei einer Konferenz zu erneuerbaren Energien in Las Vegas.

"Jahrzehntelang hat man uns gesagt, dass ein Umsteuern zu erneuerbaren Energien wirtschaftlich nicht tragfähig ist. Das ist heute nicht mehr wahr", sagte der US-Präsident in seiner Rede. Die Solarbranche in den USA beschäftige mittlerweile doppelt so viele Menschen wie Kohlebergwerke, hob Obama hervor. Außerdem seien die USA bei der Erzeugung von Windenergie weltweit die Nummer eins. Das Umsteuern in der Energiepolitik mache aber die Kohleindustrie "ziemlich nervös", daher versuche sie, "erneuerbare Energie zu bekämpfen".

Obama hatte Anfang des Monats einen Plan vorgelegt, mit dem die klimaschädlichen CO2-Emissionen in den USA bis 2030 um 32 Prozent im Vergleich zum Jahr 2005 verringert werden sollen. Kernstück des "Clean Power Plan" sind erstmals landesweit verbindliche Emissionsziele für Kohlekraftwerke, die Obama unter Umgehung des US-Kongresses umsetzen will. Er stützt sich dabei auf seine Exekutivvollmachten, die auf einem vor mehr als vier Jahrzehnten erlassenen Gesetz zur Bekämpfung der Luftverschmutzung basieren.

Die Erderwärmung und der Kampf gegen die Folgen sind in den USA ein politisch hoch umstrittenes Thema. Die Republikaner warnen vor schwerwiegenden Folgen des Klimaschutzplans für die Wirtschaft. Im Kampf gegen die Vorgaben beantragten 15 konservative US-Bundesstaaten bei einem Bundesgericht in Washington, den Zeitplan für die Emissionsvorgaben für Kraftwerke auf Eis zu legen.

2014 machten die erneuerbaren Energien 13 Prozent der Stromerzeugung in den USA aus. Etwa die Hälfte davon wurde in Wasserkraftwerken erzeugt, ein Drittel durch Windkraft und nur drei Prozent wurden aus der Sonne gewonnen. Klimaschädliche Kohlekraftwerke spielen hingegen immer noch eine zentrale Rolle in der Energieversorgung der USA: Landesweit hunderte solcher Anlagen produzieren 39 Prozent des Stroms in den USA. Damit rangieren sie deutlich vor den Gaskraftwerken mit einem Anteil von 27 Prozent und Atomkraftwerken mit 19 Prozent.

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