Nun ist Janet Yellen am Wort - Anleger warten auf Fed-Entscheid

Washington/London/Frankfurt (APA/Reuters) - Nach der Notenbank-Sitzung ist vor der Notenbank-Sitzung: Nach dem sachten Kurswechsel der EZB fiebern Anleger in der neuen Woche den Entscheidungen der US-Notenbank Fed und der Bank von England (BoE) entgegen. Die Vorzeichen für weiter steigende Börsen stehen generell gut, so Portfoliomanager Paul Flood vom Vermögensverwalter Newton.

Die Konjunktur brumme weltweit, der Auftakt der Bilanzsaison zum dritten Quartal sei ermutigend und es bestehe die Chance auf Steuersenkungen in den USA.

In der alten Woche eilte die Wall Street von Rekordhoch zu Rekordhoch und auch der DAX erklomm mit 13.249 Zählern eine neue Bestmarke. Dabei half ihm vor allem ein schwächerer Euro, der die Ertragsaussichten exportorientierter Firmen verbessert. Euro-Anleger hatten mit einem noch stärkeren Signal der EZB für einen Kurswechsel gerechnet und trennten sich von der Gemeinschaftswährung.

Eine Zinserhöhung der Fed am Mittwoch gilt am Markt zwar als ausgeschlossen, die US-Notenbank wird die Anleger Experten zufolge aber auf einen solchen Schritt im Dezember einstimmen. Daneben wird auf dem Börsenparkett heiß über die künftige Führung der Fed diskutiert. Die bisherige Chefin Janet Yellen und der zweite Kandidat, Fed-Direktor Jerome Powell, stünden für eine behutsame Straffung der geldpolitischen Zügel, sagt Anlage-Experte Joachim Goldberg von der Beratungsfirma Goldberg und Goldberg. "Was aber, wenn der dritte Kandidat Donald Trumps, der Wirtschaftswissenschaftler John Taylor, das Rennen macht?" Nach der von ihm entwickelten "Taylor-Formel" müsste der US-Leitzins deutlich höher liegen als aktuell, was Gift für die Aktienmärkte wäre.

Bei der BoE erwarten Analysten wegen der anziehenden Inflation in Großbritannien mehrheitlich eine Anhebung des Schlüsselsatzes um einen Viertelpunkt auf 0,5 Prozent. "Die Inflation ist auf einem Fünf-Jahres-Hoch und die Arbeitslosigkeit auf einem Rekordtief", sagt Jacob Deppe, Chef-Händler des Online-Brokers Infinox. "Wenn die Notenbank die Zinsen jetzt nicht anhebt, werden sich viele fragen, ob sie es überhaupt tun wird."

Vor diesem Hintergrund geraten Konjunkturdaten wie die Zahlen vom US-Arbeitsmarkt am Freitag etwas ins Hintertreffen. Einen Vorgeschmack liefert zwei Tage zuvor schon die private US-Arbeitsagentur ADP. Auf dem Terminplan stehen zudem die deutschen (Montag) und europäischen (Dienstag) Inflationsdaten. Am Donnerstag sind die Stimmungsbarometer der Einkaufsmanager aus der deutschen und europäischen Industrie an der Reihe.

Parallel dürfte eine erneute Flut von Firmenbilanzen die Börsianer auf Trab halten. Aus dem Dax wollen aber nur der Gesundheitskonzern Fresenius und seine Dialyse-Tochter Fresenius Medical Care ihre Bücher öffnen. Aus dem Ausland kommen unter anderem Zwischenbilanzen des "Milka"-Anbieters Mondelez, des iPhone-Machers Apple und von Berkshire Hathaway, der Beteiligungsfirma des Star-Investors Warren Buffett.

Ein Unsicherheitsfaktor für die Börsen bleibe der Streit über die Loslösung Kataloniens von Spanien und die Entmachtung der Regionalregierung, warnt Martin Lück, Anlagestratege vom weltgrößten Vermögensverwalter Blackrock. "Demonstrationen in Barcelona am letzten Wochenende, an denen fast eine halbe Million Menschen teilnahmen, lassen vermuten, dass sich die katalanischen Autonomie-Befürworter nicht widerstandslos in diese neue Realität fügen werden."

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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Novartis investiert 200 Mio. Euro in Tiroler Standorte