NR-Wahl - Wiener Wirtschaftsbund-Vertreter in der Kritik

Wien (APA) - Die Frau von Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ), Eveline Steinberger-Kern, beklagt eine "unfassbare Verleumdungskampagne" gegen ihre Person - ausgehend von einem Wiener Wirtschaftsbund-Funktionär. Die Vorwürfe dürften sich gegen den stellvertretenden Wirtschaftsbund-Obmann in Liesing, Alexander Surowiec, richten. Der hat sogar Ex-Soldaten für die Recherche engagiert, wie er freimütig zugibt.

Im Online-Magazin "Fass ohne Boden" ( https://www.fass-ohne-boden.at/ ) hat er in der Rubrik "Top-Enthüllungen" detaillierte Informationen über die Geschäftstätigkeit von Eveline Steinberger-Kern gesammelt. So werden etwa Firmenbeteiligungen thematisiert. Auch ein Wohnungskauf wird dort intensiv dokumentiert.

Weiters wird ausführlich geschildert, wie die Recherche zu den "Enthüllungen" zu dem "Firmengeflecht" durchgeführt wurde: "In einer mehrmonatigen Recherche bohrte sich das Team von Fass ohne Boden durch das Firmennetzwerk, befragte heimische Start-Up Größen, erhielt Auskünfte von Rechtsanwälten in der Schweiz und Wien, führte Hintergrundgespräche mit Journalistenkollegen, suchte den Kontakt zu IT-Technikern, sprach mit politischen Vertretern diverser Couleur und tat noch mehr."

"Mehrwöchige Observationen, früh, mittags und abends, mit Ex-Militär-Angehörigen wie militärische Aufklärer und Ex-Jagdkommando-Soldaten, einer Einschleusung in 'Team Wallraff'-Manier bei einem Event sowie eine Recherchereise nach Zürich und Dietikon, gaben einen Einblick, wie die heimische Start-Up-Szene tickt und funktioniert", heißt es dort weiter.

Den Vorwurf der Verleumdung wies Surowiec am Freitag im APA-Gespräch zurück: "Grundsätzlich verstehe ich die Unterstellungen nicht. Ich kann der derzeitigen Situation nur mit Demut begegnen." Die SPÖ versuche, Enthüllungen zu verhindern.

Der Wirtschaftsbund-Funktionär stellte in den Raum, dass es konkrete Vorwürfe gegen die Kanzler-Gattin gebe. Mehr könne er zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen: "Es kommt noch ein zweiter Teil." Er wolle diesem nicht vorgreifen. Und er versicherte gegenüber der im APA: "Ich wollte Frau Steinberger-Kern diesbezüglich interviewen. Sie war nicht bereit, eine Stellungnahme abzugeben."

Dass er auch Ex-Militärs in der Causa engagiert hat, bestätigte er: "Für eine gute Recherche braucht man natürlich Observationen." Nicht alles könne per Telefon erledigt werden. Auf seiner persönlichen Homepage bezeichnet sich Surowiec als "Digital Strategist" und "Political Hitman". Im Lebenslauf verweist er unter anderem auf seine Scharfschützen-Ausbildung, seine Tätigkeit als Berufsdetektiv-Assistent - und sein politisches Engagement. Surowiec war auch Pressesprecher des Jungen Wirtschaftsbundes und in der Jungen ÖVP aktiv.

Ein Sprecher des Wiener Wirtschaftsbundes betonte, dass Surowiec die Recherchen bzw. das Portal als Privatperson betreibe - und dies nichts mit seiner Tätigkeit als Wirtschaftsbund-Funktionär zu tun habe. Er bekomme dafür weder Geld noch Informationen, wurde auf APA-Anfrage versichert.

Berlin/Istanbul (APA/AFP) - Wegen der unzureichenden Aufklärung des Mordes an dem Journalisten Jamal Khashoggi durch Saudi-Arabien hat die Bundesregierung die deutschen Rüstungsexporte in das Königreich komplett gestoppt. Ein Sprecher des deutschen Wirtschaftsministeriums sagte am Montag in Berlin, derzeit gebe es keine Ausfuhren von Deutschland nach Saudi-Arabien. Klar sei auch, dass derzeit keine Genehmigungen erteilt würden.
 

Newsticker

Khashoggi - Deutschland stoppt Rüstungsexporte nach Saudi-Arabien

München (APA/dpa) - Ungeachtet politischer Spannungen nach der Tötung des saudischen Regimekritikers Jamal Khashoggi will Siemens-Chef Joe Kaeser nach Saudi-Arabien reisen. Dort will der Spitzenmanager an einer Konferenz des staatlichen Ölkonzerns Saudi Aramco teilnehmen. Darüber berichtete die "Süddeutsche Zeitung" (Montag).
 

Newsticker

Siemens-Chef Kaeser will nach Saudi-Arabien reisen

Frankfurt/Darmstadt (APA/Reuters) - Der Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck weitet seine Zusammenarbeit mit dem Big-Data-Spezialisten Palantir aus und will sich so neue Geschäftsmöglichkeiten erschließen. Die beiden Firmen wollen ein Gemeinschaftsunternehmen gründen, das Kunden Software zur Analyse von Daten aus der Krebsforschung anbieten soll.
 

Newsticker

Merck gründet Gemeinschaftsfirma mit Silicon-Valley-Konzern Palantir