Novomatic: Wollen unsere Casinos-Anteile nicht verkaufen

Wien/Gumpoldskirchen (APA) - Der niederösterreichische Glücksspielkonzern Novomatic will seine Anteile an den teilstaatlichen Casinos Austria nicht an die Sazka-Gruppe abgeben. "Wir haben nicht vor, unsere Anteile zu verkaufen", teilte ein Novomatic-Sprecher der APA am Montag mit.

Novomatic hält derzeit 17,2 Prozent am Rivalen Casinos Austria und ist damit drittgrößter Aktionär. Größte Eignerin ist die tschechische Sazka-Gruppe. Heute hat die Casinos-Hauptversammlung die Aufstockung der Sazka-Anteile von 11 auf 34 Prozent abgesegnet. Der Deal ist aber noch nicht ganz unter Dach und Fach, es gibt noch aufschiebende Bedingungen.

Die Sazka-Gruppe will jedoch noch mehr. Bereits im Sommer meldeten die Tschechen bei der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB), die alleinige Kontrolle bei den Casinos erlangen zu wollen. Laut einem Bericht der Recherche-Plattform "Addendum" hat es Sazka auf 60,8 Prozent abgesehen und bereits Vorverträge mit Novomatic und der früheren Kirchenbank Schelhammer & Schattera (heute Grawe) abgeschlossen, die durchgerechnet knapp 10 Prozent an den Casinos hält. Der Bericht zitiert ein im Internet zugängliches Dokument der australischen Börsenaufsicht Australian Securities Exchange (ASX). In dem Schreiben vom 12. Jänner informiert der Reef Casino Trust die Behörde über die geplanten Anteilsübernahmen durch Sazka. Der Reef Casinos Trust gehört der Casinos-Austria-Auslandstochter CAI und einer australischen Firma, das Unternehmen betreibt einen Casino-Hotel-Komplex in Cairns.

Eine allfällige weitere Aufstockung der Casinos-Anteile würde in jedem Fall wieder viele rechtliche Prüfungen nach sich ziehen. Da die Casinos Austria auch zahlreiche Spielstätten im Ausland betreiben, müssten wahrscheinlich sämtliche Glücksspielbehörden dieser Länder den Deal untersuchen. In Österreich müsste die Sazka-Gruppe aber nicht noch eine Zusammenschlussmeldung bei der BWB machen, da sie dies schon im Sommer gemacht hat, wie aus der Behörde zu hören ist. Damals haben die Tschechen nach APA-Informationen aus Konkurrenzgründen keinen genauen Prozentsatz genannt, lediglich von der "alleinigen Kontrolle", also mehr als 50 Prozent, gesprochen.

Das Finanzministerium, das in dem Fall als Glücksspielbehörde und Casinos-Aktionär eine Doppelrolle hat, dürfte den Tschechen eher keinen Stein in den Weg legen. Dass die staatliche Beteiligungsholding ÖBIB Anteile an den Casinos (derzeit 33 Prozent) abgibt, ist aber nicht in der Rede: "Die Republik (über die ÖBIB) wird ihre Anteile an den Casinos behalten und im Rahmen der Aufsichtsfunktion im BMF etwaige Veräußerungen gemäß den rechtlichen Bestimmungen prüfen und dabei eine aktive Rolle wahrnehmen", teilte ein Sprecher des Finanzministeriums der APA am Montagnachmittag mit. "Eigentumsübertragungen, die sich im rechtlichen Rahmen bewegen, werden von der Republik zur Kenntnis genommen."

Davos/Moskau (APA/AFP) - Russlands Regierungschef Dmitri Medwedew hat mit einem Boykott des Weltwirtschaftsforums in Davos im Jänner gedroht, sollten wichtige russische Geschäftsleute dort nicht willkommen sein. Er reagierte damit am Dienstag auf einen Pressebericht. Demnach sollen auf Druck der USA mehrere russische Geschäftsleute gebeten worden sein, im kommenden Jahr nicht an der Konferenz in Davos teilzunehmen.
 

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Russland droht mit Boykott des Weltwirtschaftsforums

Wien (APA) - Am vierten Tag des Telekom/Valora-Prozesses gegen die Ex-Lobbyisten Peter Hochegger und Walter Meischberger sowie den Ex-Telekom-Austria-Vorstand Rudolf Fischer ging es heute viel um einen Mann, der gar nicht angeklagt ist: Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser (ÖVP/FPÖ), für den die Telekom beispielsweise Umfragen zu seinem Image und Privatleben bezahlte.
 

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Telekom/Valora - Privatflug mit Grasser, Weitflug mit Hühnern

Brüssel (APA/AFP) - Die EU-Kommission hat einen Notfallplan für den Fall eines Scheiterns der Brexit-Verhandlungen verabschiedet. Er enthält "eine begrenzte Zahl von Notfallmaßnahmen in vorrangigen Bereichen", wie die EU-Behörde am Dienstag mitteilte.
 

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EU veröffentlicht Notfallplan für Scheitern von Brexit-Verhandlungen