Novartis will nach Übergangsjahr auf Wachstumspfad zurück

Basel (APA/sda) - Für den Schweizer Pharmakonzern Novartis geht mit 2017 ein Übergangsjahr zu Ende. Die Unternehmensspitze zeigt sich zufrieden mit den Ergebnissen. So kehrte die Augenheilsparte Alcon auf den Wachstumspfad zurück. Weniger rund lief es allerdings bei der Generikasparte Sandoz.

Es sei ein gutes Jahr für Novartis gewesen, bilanziert der scheidende Konzernchef Joseph Jimenez in einer Mitteilung vom Mittwoch.

Novartis hat voriges Jahr 7,7 Mrd. Dollar (6,29 Mrd. Euro) Gewinn eingefahren, 15 Prozent mehr als im Vorjahr. Allerdings hatten insbesondere Minderheitsbeteiligungen zum Anstieg beigetragen.

Der Kernreingewinn legte demgegenüber nur leicht um 1 Prozent auf 11,4 Milliarden Dollar zu. Bei den Kernergebnissen werden Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte, der Einfluss akquisitionsbedingter Faktoren und andere Sondereffekte herausgerechnet.

Der Betriebsgewinn kletterte um 4 Prozent auf 8,6 Mrd. Dollar. Die Wachstumstreiber, die erzielte Produktivität, die geringeren Abschreibungen und ein Gewinn im Zusammenhang mit einem Verkauf hätten die Einbußen durch Generika mehr als wettgemacht, heißt es in der Mitteilung.

Novartis steht, wie andere Pharmakonzerne auch, vor der Herausforderung, dass Patente bisheriger Zugpferde auslaufen, etwa für das Brustkrebsmedikament Glivec/Gleevec. Der Konzern hofft, dies mit neuen Verkaufsschlagern ausgleichen zu können.

Große Hoffnungen setzen die Basler etwa auf das Herzmedikament Entresto, dass 2017 wie erhofft über eine halbe Mrd. Dollar in die Novartis-Kassen spülte.

Insgesamt setzte Novartis im Gesamtjahr 49,1 Mrd. Dollar um, 1 Prozent mehr als im Vorjahr. In Lokalwährungen - also ohne Wechselkurseffekte - betrug das Plus 2 Prozent.

Als Bremsklotz erwies sich die Generikasparte Sandoz. Sandoz leidet vor allem in den USA unter starkem Preisdruck. Der Umsatz schrumpfte 2017 um 2 Prozent in Lokalwährungen und allein im vierten Quartal um 4 Prozent.

Dafür schaffte es die Augenheilsparte Alcon zurück auf Kurs. Sie steigerte den Umsatz im Gesamtjahr um 4 Prozent in Lokalwährungen, im vierten Quartal gar um 6 Prozent.

Das Schicksal von Alcon ist nach wie vor ungewiss. Für die Anfang 2017 angekündigte strategische Überprüfung der Division hat sich Novartis mehr Zeit genommen, als ursprünglich geplant. Der Konzern will die Sparte nun bis mindestens 2019 behalten. Danach könnte sie etwa über einen Börsengang abgespalten werden.

Novartis hat sich in den letzten Jahren bereits stark umgebaut. Einige Geschäftsbereiche wurden abgestoßen, andere verstärkt. Nun hofft der Konzern, in eine neue Wachstumsphase einzutreten.

Da mehrere wichtige Markteinführungen bevorstünden und das neue Betriebsmodell etabliert sei, sehe Novartis einem nachhaltigen Wachstum entgegen, sagte der scheidende Konzernchef Jimenez laut Mitteilung.

Novartis stellt in Lokalwährungen für 2018 Umsatzzuwächse im niedrigen bis mittleren einstelligen Bereich in Aussicht. Der neue Chef Vas Narasimhan, der sein Amt am 1. Februar antritt, will das Unternehmen unter anderem zu einer "datenorientierten, digital gestützten Organisation" machen.

Vorbörslich legten die Novartis-Aktien Mittwochfrüh nach dem starken Schlussquartal um 0,55 Prozent zu.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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