NÖ Ärztekammerpräsident kritisiert Elektronische Gesundheitsakte ELGA

Der NÖ Ärztekammerpräsident Christoph Reisner kritisiert die Elektronische Gesundheitsakte (ELGA). Als nützliches Arbeitsgerät für Ärzte sei ELGA "völlig ungeeignet", teilte er am Donnerstag zur Inbetriebnahme in NÖ Krankenhäusern bis Mitte 2016 in einer Aussendung mit. Behandelnde Ärzte würden aufgrund von ELGA "kein umfassendes Bild bekommen".

Rückwirkend werden keine Daten in der Gesundheitsakte eingespielt, daher sei der Datenakt vorerst leer. Gespeichert würden derzeit nur ärztliche und pflegerische Entlassungsbriefe mit relevanten Labor- und Radiologieinformationen sowie ambulante Labor-und Radiologiebefunde als pdf-Dateien. "Solange aber eine effektive Suche nach relevanten Daten in ELGA nicht gewährleistet ist, bleibt es lediglich beim Befüllen eines Aktes oder einer 'Daten-Schachtel'", kritisierte Reisner.

Bilder von Röntgen-, MR-, CT- oder Ultraschalluntersuchungen werden nicht in ELGA archiviert, auch keine Basisgesundheitsdaten wie Blutgruppe, Allergien, Impfungen und Medikamentenunverträglichkeiten oder Anamneseberichte. "Genauso wenig werden medizinische Grunddaten wie Cholesterin-, Blut- und Harnwerte erfasst und aufbereitet, um Krankheitstrends zu erkennen", so der NÖ Ärztekammerpräsident.

Ein Dorn im Auge ist Reisner auch die garantierte Verfügbarkeit von Datenspeicher und Verweisregister nur zu Kernzeiten: Von Montag bis Donnerstag von 8.30 bis 16.30 Uhr, am Freitag von 8.30 bis 13.30 Uhr. Ärzte müssten auch außerhalb dieser Zeiten Patienten behandeln und künftig mit ELGA arbeiten, betonte der NÖ Ärztekammerpräsident.

"Lücken" sieht Reisner bei der Datensicherheit: Der ELGA-Datenspeicher benötige erst ab 1. Juli 2016 einen Nachweis zur Datensicherheit, auch danach müssten die in ELGA gespeicherten Daten nicht verschlüsselt werden, lediglich der Transport habe verschlüsselt zu erfolgen.

Die mit dem "situativen Opt-out" verbundene Informationspflicht der Ärzte führe "zu einem beträchtlichen Mehraufwand in den Krankenhäusern", kritisierte Reisner weiters. Dabei geht es um die Möglichkeit, der Aufnahme eines konkreten Behandlungs- oder Betreuungsfalls in die Gesundheitsakte zu widersprechen. Bei psychiatrischen Hauptdiagnosen, HIV-Infektionen, bei Schwangerschaftsabbrüchen und teilweise bei genetischen Untersuchungen müssten Patienten nachweislich und mündlich über ihr Opt-out-Recht informiert werden.

Die E-Medikation - mit der auch die von Ärzten verschriebenen und von Apotheken abgegebenen Arzneimittel gespeichert werden - sei der einzig getestete ELGA-Bereich "mit katastrophalem Ergebnis", hieß es in der Aussendung. Die Interaktionsprüfung, die eine zentrale Medikamentenverwaltung gerechtfertigt hätte, wurde gestrichen.

Im Dezember 2015 ist die Elektronische Gesundheitsakte in Krankenhäusern in Wien und der Steiermark gestartet. Im ersten Halbjahr 2016 geht ELGA in allen Spitälern in Niederösterreich in Betrieb, ebenso in den sieben Unfallkrankenhäusern der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA) und im Wiener Hanusch-Krankenhaus. Ebenfalls bis Mitte 2016 startet die Funktion E-Medikation im Bezirk Deutschlandsberg in der Steiermark.

Wiesbaden (APA/dpa) - In Deutschland ist unter den Bundesländern ein Streit um die Strafzahlung des VW-Konzerns in Höhe von einer Milliarde Euro wegen des Abgasskandals entbrannt. Das Land Hessen hat nun die Aufteilung des Milliardenbußgeldes unter den Ländern gefordert. Gezahlt hat Volkswagen die Milliarde an das Land Niedersachsen, das maßgeblich am Konzern beteiligt ist.
 

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Deutsche Bundesländer streiten um VW-Milliarde

Athen (APA/Reuters) - Die Finanzminister der Euro-Länder wollen die Auszahlung von Milliardenmitteln an Griechenland nach dem Auslaufen des dritten Rettungsprogramms im August an Reformauflagen knüpfen. Insgesamt 4,8 Mrd. Euro bis 2022 sollten nur dann gezahlt werden, wenn die Athener Regierung sich an die Bedingungen eines sogenannten Überwachungsprogramms halte, heißt es in einem Dokument der Eurogruppe.
 

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Euro-Länder planen reformabhängige Zahlungen an Griechenland

Berlin/Menlo Park (APA/Reuters) - Facebook will Falschmeldungen auf seiner Plattform weiter erschweren. Die Zusammenarbeit mit unabhängigen Faktenprüfern werde bis Jahresende von derzeit 14 auf weitere Länder ausgedehnt, kündigte das weltgrößte soziale Netzwerk am Donnerstag an. Zudem fänden in nunmehr vier Ländern Tests zur Überprüfung von Fotos und Videos statt.
 

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Facebook will schärfer gegen Falschmeldungen vorgehen