Niki-Pleite - Chancen für Mitarbeiter und letzte Hoffnung für Firma

Am Mittwoch ist die Air-Berlin-Tochter Niki pleitegegangen. Noch gibt es eine leise Hoffnung, die Firma zu erhalten. Unterdessen fischen Konkurrenten bereits nach den hoch qualifizierten Niki-Mitarbeitern. Und auch die Kunden können hoffen, dass sie nicht um ihr Geld umfallen. Die deutsche Regierung muss aber einen Teil ihres 150 Mio. Euro schweren Überbrückungskredits für Air Berlin abschreiben.

Das wertvollste an Niki sind die Start- und Landerechte. Diese erlöschen zwar, wenn eine Airline nicht mehr fliegt, davor läuft aber ein Prüfverfahren des Verkehrsministeriums. Eine Frist dafür gibt es nicht, Niki-Vertreter gehen davon aus, dass sie zumindest sieben Tage, eventuell auch bis zum Jahresende, noch Zeit bekommen, Niki wieder in die Luft zu bekommen. Dazu müsste aber in wenigen Tagen ein Käufer gefunden werden. Airline-Gründer Niki Lauda hat öffentlich sein Interesse bekundet, auch die Konkurrenten Thomas Cook und Ryanair wollen zumindest Teile von Niki übernehmen. Vorteil für alle: Dank Insolvenz können sie Niki ohne Schulden übernehmen.
Die Hoffnung auf einen Weiterbetrieb von Niki ist dennoch gering. Deutlich konkreter sind Jobangebote der Konkurrenz an Niki-Mitarbeiter. Schon kommende Woche und damit noch vor Weihnachten wolle man Niki-Piloten und Flugbegleitern konkrete Jobzusagen machen, versprach Eurowings Geschäftsführer Michael Knitter. Das Auswahlverfahren soll am Dienstag und Mittwoch über die Bühne gehen. 100 Piloten und 400 Crew-Mitglieder am Standort Wien, noch mehr in Deutschland und Palma, würden gesucht. Die Konditionen seien besser als jene von Niki.
Konkurrenziert wird Eurowings von der Schwestergesellschaft AUA, die beide zum Lufthansa-Konzern gehören. Die AUA sucht 200 Piloten und 300 Flugbegleiter sowie Techniker und anderes Personal. Auch sie will rasch und unbürokratisch Posten vergeben. Die ÖBB und die Westbahn wiederum wollen Niki-Mitarbeiter auf die Schiene bringen. Damit gibt es zumindest für schnell entschlossene und flexible Niki-Mitarbeiter eine Perspektive.
Für Passagiere von Niki gibt es ebenfalls Hoffnung, finanziell mit einem blauen Auge davonzukommen. Denn über Reisebüros gekaufte Tickets sind versichert, die Einnahmen aus direkt gekauften Tickets wiederum sind auf ein Treuhandkonto gelegt worden und können aus diesem rückerstattet werden, wenn sie seit der Insolvenz der Air Berlin im August gekauft wurden.
Mühsam ist die Situation hingegen für Niki-Passagiere, die derzeit im Ausland gestrandet sind. Mehrere Airlines wollen beim Rücktransport von bis zu 40.000 Niki-Kunden aus dem Ausland helfen und bieten Sondertarife an. "Die Aktion ist angelaufen", sagte ein Sprecher des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft. "Wir empfehlen, sich direkt an die Airlines zu wenden und zu erfragen, wie die Sonderkonditionen sind." An der Aktion beteiligen sich die Linien Condor, Eurowings, Germania, Lufthansa, Austrian Airlines, Swiss und Tuifly.

Wiesbaden (APA/dpa) - In Deutschland ist unter den Bundesländern ein Streit um die Strafzahlung des VW-Konzerns in Höhe von einer Milliarde Euro wegen des Abgasskandals entbrannt. Das Land Hessen hat nun die Aufteilung des Milliardenbußgeldes unter den Ländern gefordert. Gezahlt hat Volkswagen die Milliarde an das Land Niedersachsen, das maßgeblich am Konzern beteiligt ist.
 

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Deutsche Bundesländer streiten um VW-Milliarde

Athen (APA/Reuters) - Die Finanzminister der Euro-Länder wollen die Auszahlung von Milliardenmitteln an Griechenland nach dem Auslaufen des dritten Rettungsprogramms im August an Reformauflagen knüpfen. Insgesamt 4,8 Mrd. Euro bis 2022 sollten nur dann gezahlt werden, wenn die Athener Regierung sich an die Bedingungen eines sogenannten Überwachungsprogramms halte, heißt es in einem Dokument der Eurogruppe.
 

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Euro-Länder planen reformabhängige Zahlungen an Griechenland

Berlin/Menlo Park (APA/Reuters) - Facebook will Falschmeldungen auf seiner Plattform weiter erschweren. Die Zusammenarbeit mit unabhängigen Faktenprüfern werde bis Jahresende von derzeit 14 auf weitere Länder ausgedehnt, kündigte das weltgrößte soziale Netzwerk am Donnerstag an. Zudem fänden in nunmehr vier Ländern Tests zur Überprüfung von Fotos und Videos statt.
 

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Facebook will schärfer gegen Falschmeldungen vorgehen