Niedrige Zuckerpreise lassen Südzucker-Gewinn schmelzen

Frankfurt/Wien/Mannheim - Südzucker stellt seinen Aktionären magere Zeiten in Aussicht: Sinkende Preise für Zucker und Bioethanol würden voraussichtlich auch das Geschäftsjahr 2015/16 "erheblich belasten", erklärte Europas größter Zuckerproduzent am Dienstag. Für das bis Ende Februar laufenden Jahr 2014/15 geht die Firma nach wie vor von einem Einbruch des operativen Gewinns um zwei Drittel auf rund 200 Mio. Euro aus.

Zu schaffen machen dem mehrheitlich von Bauern in Süddeutschland kontrollierten Konzern vor allem sinkende Zuckerpreise. Grund dafür sind eine höhere Produktion in Europa und steigende Importe aus Entwicklungsländern. Beides hatte die EU auf dem noch bis 2017 weitgehend regulierten Markt zugelassen - sie gibt dabei etwa die Produktionsquoten vor. Zudem könnten die Rekorderträge bei der noch laufenden Rübenernte die Preise weiter drücken. Wegen der frühen Aussaat im warmen Frühjahr und der vielen Niederschläge im Sommer waren die Zuckerrüben besonders gut gewachsen.

Auch die österreichische Konzerntochter Agrana erwartet keinen baldigen Preisanstieg. "Wir sind darauf vorbereitet, dass sich die Situation im Segment Zucker in den nächsten Monaten weiter verschärft", sagte Agrana-Chef Johann Marihart.

Bei der zweiten wichtigen Konzerntochter Cropenergies, die aus Getreide und Zuckerrüben Kraftstoff herstellt, führen die gesunkenen Preise für Bioethanol zu Verlusten. Auch für das erste Halbjahr 2015/16 sei keine Besserung in Sicht, hatte Cropenergies mitgeteilt.

An der Börse zählte die Südzucker-Aktie nur anfänglich zu den Gewinnern - weil das Unternehmen trotz der schlechten Aussichten an seiner Prognose festhielt, wie Börsianer sagten. Später setzten sich die Verkäufer durch, die Aktie verlor zeitweise rund drei Prozent.

Konzernweit schrumpfte der operative Gewinn von Südzucker in den ersten drei Quartalen 2014/15 um knapp 70 Prozent auf 174 Mio. Euro, während der Umsatz um knapp 11 Prozent auf 5,2 Mrd. Euro zurückging. Allein im dritten Quartal brach das Ergebnis um gut 80 Prozent auf 27 Mio. Euro ein. Analysten hatten durchschnittlich mit 28,4 Mio. Euro gerechnet.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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