Niederlande stimmen über Ukraine-Abkommen ab

Rund 13 Millionen Niederländer waren am Mittwoch aufgefordert, über das EU-Abkommen mit der Ukraine abzustimmen. Ministerpräsident Mark Rutte rief in Den Haag zur Zustimmung auf. Der Vertrag sorge "für mehr Stabilität an den Außengrenzen der EU". Das EU-Assoziierungsabkommen soll die wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zur Ukraine stärken und das Land zu demokratischen Reformen drängen.

Das Referendum gilt auch als Test für die Europa-Stimmung der Niederländer. Allerdings ist das Ergebnis der Volksabstimmung nicht bindend und hat nur beratenden Charakter. Trotzdem wäre eine Ablehnung des Vertrages eine Schlappe für die Niederlande, die zur Zeit die EU-Ratspräsidentschaft haben.

Zwei europa-kritische Initiativen hatten mit über 400.000 Unterschriften das Referendum erzwungen. Nach Ansicht der Gegner ist das Abkommen eine Vorstufe zu einem EU-Beitritt der Ukraine, den sie ablehnen. Sie erhoffen ein deutliches Votum gegen die "undemokratische EU" und ihren "Expansionsdrang". Der Rechtspopulist Geert Wilders twitterte: "Heute kann NL ein Stück Souveränität von der Brüsseler und Haager Elite zurückgewinnen."

Eine erste Hochrechnung gegen Mittag ging allerdings von nur 25 bis 30 Prozent Stimmbeteiligung aus. Damit wäre das Votum ungültig. Dafür müsste die Wahlbeteiligung bei mindestens 30 Prozent liegen. Die Wahllokale sollten um 21.00 Uhr schließen, dann soll es auch erste Prognosen geben.

Die Befürworter verweisen vor allem auf Vorteile für den Handel und die Stärkung der Demokratie in der Ukraine. Ministerpräsident Rutte erklärte: "Wir müssen der Ukraine helfen mit dem Aufbau eines Rechtsstaates, einer Demokratie."

Unklar ist, wie sich die Regierung bei einem Nein verhalten wird. Die Niederlande haben den Vertrag zwar bereits unterzeichnet, doch als einziges der 28 EU-Mitgliedsstaaten noch nicht ratifiziert. Erst mit der Ratifikation tritt auch eine rechtliche Verpflichtung in Kraft.

Brüssel/London (APA/dpa) - Die Europäische Union gibt Großbritannien weitere zehn Tage Zeit für Zugeständnisse beim Brexit. Der Start der zweiten Verhandlungsphase Mitte Dezember sei immer noch möglich, erklärte EU-Ratspräsident Donald Tusk nach einem langen Gespräch mit der britischen Premierministerin Theresa May am Freitagabend auf Twitter. "Aber immer noch eine riesige Herausforderung", so Tusk. May sagte, es gebe Fortschritte, nannte aber keine Details.
 

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EU gibt London weitere zehn Tage für Zugeständnisse beim Brexit

Frankfurt/Ludwigshafen (APA/Reuters) - BASF spricht über eine Fusion seiner Öl- und Gas-Tochter Wintershall mit der vom russischen Milliardär Michail Fridman kontrollierten Dea AG. BASF würde die Aktienmehrheit an einem fusionierten Unternehmen halten, teilte der deutsche Konzern am Freitag mit. Mittelfristig sei ein Börsengang des Gemeinschaftsunternehmens eine Option.
 

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BASF spricht über Fusion der Tochter Wintershall mit Dea

Frankfurt (APA/Reuters) - Eine neue Vorschrift zur Bilanzierung droht die Banken zu belasten. Basierend auf Informationen direkt überwachter Geldhäuser, die besser auf die Umstellung vorbereitet seien, betrage die negative Auswirkung auf die harte Kernkapitalquote (CET 1) im Schnitt geschätzte 40 Basispunkte, teilte die Europäische Zentralbank (EZB) am Freitag mit.
 

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EZB - Neue Bilanzierungsregel knabbert Banken-Kapitaldecke an