Nicht mehr billiger als Wasser: Benzinpreis in Venezuela soll steigen

Caracas (APA/dpa) - Schluss mit billigem Benzin: Kraftstoffe sollen in Venezuela bald zu internationalen Preisen verkauft werden. Im Zuge des Plans der Regierung zur Erholung der Wirtschaft würden die Preise für Benzin deutlich erhöht, kündigte Präsident Nicolas Maduro am Montag (Ortszeit) an.

Durch den Plan, der am 20. August in Kraft treten soll und auch eine Währungsreform beinhaltet, werde sich die Wirtschaft Venezuelas innerhalb von zwei Jahren normalisieren, versprach der Präsident des südamerikanischen Landes.

Wegen des Festhaltens an früheren milliardenschweren Subventionen ist Benzin in Venezuela noch immer billiger als Wasser. Seit 2016 kostet ein Liter Benzin sechs Bolívares - eine mickrige Zahl, die sich kaum umzurechnen lohnt. Um einen US-Dollar zu kaufen, braucht man auf dem Schwarzmarkt derzeit vier Millionen Bolívares.

Die niedrigen Preise haben auch den Schmuggel ins Nachbarland Kolumbien und in die Karibik angefacht. Um diesen zu stoppen, seien die höheren Preise nötig, sagte Maduro. Durch illegale Ausfuhren gingen 18 Mrd. Dollar (rund 16 Mrd. Euro) im Jahr verloren, sagte der Sozialist. Benzin könne nicht weiter "verschenkt" werden.

Finanzielle Unterstützung für den Kauf von Benzin solle es beispielsweise für Empfänger von Sozialhilfen und den öffentlichen Verkehr - also etwa Busunternehmen - geben. Im Zuge der Währungsreform will Maduro außerdem neue Geldscheine einführen. Der neue "Bolívar Soberano" soll an die neue Kryptowährung Petro gekoppelt sein und parallel zum bisherigen "Bolívar Fuerte" existieren.

Die Menschen im Land mit den größten Erdölreserven der Welt leiden wegen Misswirtschaft unter Maduro sowie wegen US-Sanktionen unter Hunger, Arbeitslosigkeit und einer Hyperinflation: Die Preise steigen extrem schnell, eine massive Geldentwertung frisst die Löhne auf. Zuletzt prognostizierte der Internationale Währungsfonds (IWF) für das laufende Jahr eine Inflationsrate von einer Million Prozent.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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