NGO-Allianz rief vor UN-Klimagipfel zu mutigen Schritten auf

Wien/Katowice (Kattowitz) (APA) - Bevor Anfang Dezember in Polen der UN-Klimagipfel beginnt, hat die österreichische Allianz für Klimagerechtigkeit, eine Plattform von 25 NGOs, die Verantwortlichen zu mutigen Schritten aufgerufen. Das "Rulebook" zur Ausgestaltung des Pariser Abkommens "werde die Zustimmung aller Staaten nur erhalten, wenn für ärmere Länder eine Planbarkeit besteht", sagte deren Sprecher Martin Krenn am Donnerstag.

Bei der von 3. bis 14. Dezember in Kattowitz stattfindenden Konferenz COP24 werde das Thema Finanzen ein Türöffner sein, führte Krenn bei einer Pressekonferenz in Wien aus. Pablo Solon, Direktor der bolivianischen NGO Fundacion Solon, betonte die Bedrohung Amazoniens, "der Lunge der Erde", und die Notwendigkeit eines raschen Handelns gegen die Klimaerwärmung: "Wir haben kaum mehr als eine Dekade Zeit, denn der Klimawandel wird nicht erst unsere Kinder und Enkel betreffen, sondern uns selbst", warnte er und wies auf neue rechtsgerichtete Regierungen hin, die die Vision von US-Präsident Donald Trump teilen würden. In Brasilien wurde Ende Oktober der Rechtspopulist Jair Bolsonaro zum neuen Präsidenten gewählt, der wie dieser den Ausstieg aus dem Pariser Klimavertrag plant.

Für Solon reicht aber selbst das in Paris Beschlossene nicht aus, denn der Vertrag habe nicht die Mechanismen eingebaut, die dazu führen, dass die Anstrengungen verstärkt werden. Eine Haltung, die auch Global 2000 teilt: "Es ist klar, das nachgebessert werden muss", sagte Johannes Wahlmüller, Klimasprecher von Global 2000. Was die geplante CO2-Reduktion der EU betrifft, so brauche es bis 2030 mindestens ein Minus von 60 Prozent und nicht die jetzt anvisierten 40. Aber wenn man sich den jetzigen Trend anschaue, dann stiegen die CO2-Emissionen in den nächsten Jahren sogar noch.

Der Bericht des Weltklimarats IPCC vom Oktober zur geplanten Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad sei Hoffnung und Warnung, sagte Wahlmüller weiter. Warnung deswegen, weil er zeige, was passiert, wenn man das Ziel nicht erreicht. Entwickelte Staaten wie jene der EU müssen seiner Meinung nach voran gehen und Österreich, das während der COP24 noch den EU-Vorsitz führt, habe eine besondere Verantwortung. "Es geht darum, was man in den nächsten zehn Jahren tut", so der Klimasprecher.

Ebenfalls an Österreich ging die Forderung von Barbara Busch vom Roten Kreuz, nämlich bezüglich des Einsatzes für eine Stärkung der Zahlungen für Klimaschutz- und Klimaanpassung an die Länder in den ärmsten Regionen der Welt. Österreich solle die Finanzierung erhöhen, um die in Paris ausverhandelten 100 Milliarden Dollar jährlich ab dem Jahr 2020 bis 2025 zu erreichen, und das Geld solle lokalen Akteuren zur Verfügung stehen. Diese Summe sei aber gegenwärtig nicht erreicht, ergänzte Allianz-Sprecher Krenn. Es brauche eine mehrjährige finanzielle Planbarkeit für die Entwicklungsländer, es solle nach 2025 ja noch eine Steigerung geben. "Die COP24 muss ein Regelwerk ergeben, es müssen sich alle Staaten bewegen. Wir erwarten von der EU und von Österreich, dass man dort mit Mut Schritte macht, wo andere zögern", schloss Krenn.

(S E R V I C E - Forderungen der Allianz für Klimagerechtigkeit: http://klimaallianz.at/forderungen.html)

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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