"New York Times" will bald eine Million Digital-Abonnenten erreichen

Wien - Die "New York Times" will dieses Jahr eine Million Digital-Abonnenten erreichen. "In den nächsten Monaten könnte es damit klappen, das wäre ein Meilenstein", berichteten die "New York Times"-Manager Andrew Phelps und Adam Ellick am Montag bei der Präsentation des viel zitierten Innovationsreports der "New York Times" beim European Newspaper Congress in Wien.

Der ursprünglich nur für die Herausgeber konzipierte Report, der Aufschluss über die Digitalstrategie sowie aus dem digitalen Umbruch resultierenden Probleme der renommierten Tageszeitung gibt, wurde inzwischen weltweit zwei Millionen Mal herunter geladen. Es gebe "kein Patentrezept, um die Leserzahlen zu steigern", meinte Senior Product Manager Phelps zu den Erkenntnissen der "New York Times"-Vordenker, zentraler Trend sei aber ganz klar der mobile Konsum von Nachrichten.

So seien die klassischen Homepage-Zugriffe bei der "New York Times" in den vergangenen Jahren um die Hälfte zurückgegangen, die mobile Nutzung habe sich im Gegenzug mehr als verdoppelt. "60 Prozent unserer User kommen von mobilen Endgeräten", so Phelps. Was das konkrete User-Verhalten betrifft, sei man in vielen Bereichen noch "im Blindflug unterwegs", berichtete Senior Video Korrespondent Ellick.

Es gehe darum, herauszufinden, was der Leser will, bevor der Leser selbst es weiß. "Unsere Geschichten müssen das Publikum finden." Die "Times" reagiere darauf mit neuen Formen des Storytellings, der innovativen multimedialen Aufbereitung von Inhalten - von der Kurzform bis zur langen Hintergrundgeschichte - sowie mit speziellem Kunden-Support. Für die "New York Times"-App der neuen Apple-Watch habe man etwa "Ein-Satz-Geschichten" entwickelt. "Geschichten, die aus einem Satz bestehen - kurze, knackige Storys, denn wer zu lange auf der Apple-Watch liest, dem schläft der Arm ein", so Ellick. Nachsatz: "Das ist möglicherweise die Zukunft des Journalismus."

"Mobile first" lautet auch das Motto bei der Schweizer Pendlerzeitung "20 Minuten". "Was für uns in Print funktioniert hat, wiederholt sich im Internet", so Geschäftsführer Marcel Kohler. Die Gratiszeitung ist der reichweitenstärkste Printtitel in der Schweiz, auch im Internet gehört man inzwischen zu den größten Online-Portalen. "Wir halten keine Inhalte für Print zurück", so Kohler. "Das größte Wachstum kommt ausschließlich über mobile Endgeräte." Rückgänge in Print würden inzwischen durch das Wachstum im Online-Bereich mehr als kompensiert. "Im 15. Jahr erzielen wir das beste Jahr seit bestehen", so der "20 Minuten"-Geschäftsführer.

Die positive Entwicklung hat das zur TaMedia-Gruppe gehörende Unternehmen mit "20 Minuten"-Dependancen in Luxemburg und Dänemark veranlasst, weiter über die Grenzen der Schweiz zu blicken. In den nächsten Monaten wird der deutsche Markt für "20 Minuten Deutschland" abgetestet. "Wir reden da von einem Online-Auftritt, nicht von einer Pendlerzeitung", erklärte Kohler.

Newspaper Congress-Veranstalter und Medienfachverleger Johann Oberauer nutzte seine Rede für einen Rundumschlag gegen den Internet-Giganten Google. Es sei zwar ein "bisschen billig", Google die Schuld am digitalen Umbruch zu geben, der Suchmaschinenbetreiber werde aber von vielen in der Medienbranche als "Parasit" wahrgenommen. "Google will die digitale Weltherrschaft und kennt nur ein Ziel: Google selbst." ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz forderte von der Europäischen Union angesichts der Dominanz der globalen Internet-Player ein "Ende der asymmetrischen Regulierung zulasten europäischer Medien".

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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