Neues Sachbuch zum Hypo-Alpe-Adria-Desaster

Wien/Klagenfurt - Die frühere Skandalbank Hypo Alpe Adria, deren Abwicklung - inzwischen als Heta - die Steuerzahler Milliardensummen und auch Nerven kostet, füllt weiter ganze Bücher. Mit "Banken Bande - Hypo Alpe Adria - Das größte Wirtschaftsverbrechen Europas" kommt in Kürze ein zweites Sachbuch des Autors und Journalisten Richard Schneider zum Hypo-Desaster in die Buchgeschäfte.

Schneider hat 2011 bereits das Buch "Tatort Hypo Alpe Adria" verfasst. Schneider will mit seinem neuen Werk nachweisen, dass die frühere Hypo Alpe Adria nicht systemrelevant oder "too big to fail" war, sondern dass die Skandalbank selbst "das System war". Als "Beweis" führt Schneider an, dass sich Geheimdienste halb Europas, aber auch der USA und Russlands mit der Sache befassen würden, was ein unmissverständlicher Hinweis darauf sei, dass sich die Verstrickung von Wirtschaft, Politik und organisierter Kriminalität längst etabliert habe und dass sich eine Schattengesellschaft am Bürger vorbei eigene Regeln zu schaffen versuche.

Der Autor will die erste Gesamtzusammenschau des Skandals geschaffen haben. "Ich wollte das Thema nicht neu erfinden, sondern so transportieren, dass es jeder versteht", so Schneider gegenüber der APA zu seinem Werk, das im Eigenverlag erscheint. Das Buch soll helfen, die Zusammenhänge im größten Bankenskandal Österreichs zu verstehen und will das Vertuschen erschweren - trotz "Verdachtsberichterstattung" und "Unschuldsvermutung" für Genannte, etwa in einen Unterkapitel zum "Who's who im Hypo-Sumpf".

Ausführlich blickt der Autor in seinem Buch auf Vorgänge rund um die Skandalbank in den 2000er-Jahren, die teils auch im laufenden parlamentarischen Hypo-U-Ausschuss Thema waren und sind. Es geht unter anderem um Swap-Verluste, Vorzugsaktiendeals, Prozesse rund um das Hypo-Geschehen, den Rückzug des früheren Finanzreferenten Kärntens und Hypo-Eigentümervertreters Karl Pfeifenberger, "feindliche" Prüfer der Aufsicht, das "System Liechtenstein" in der Kärntner Hypo, Tilo-Berlin-Tagebuch und ähnliche Vorgänge rund um die frühere Kärntner Bank.

Im Buch finden sich auch einige Faksimiles - darunter zwei gleichlautende Rechnungen über 100.000 Euro, die Schneider zufolge aus den internen Unterlagen der Bank nicht nachvollziehbar sind. Bezahlt sei zwar nur einmal worden. Es zeigten sich dem Autor zufolge aber andere "Auffälligkeiten" - etwa gebe es keine Leistungsnachweise für die Zahlung.

Schwere Vorwürfe erhebt der Autor insbesondere gegen Firmen des früheren Hypo-Investors und -Vorstandschefs Tilo Berlin sowie die Hypo-Vorstände Wolfgang Kulterer und Günter Striedinger - aber auch gegen den verstorbenen Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider und den früheren kroatischen Premierminister Ivo Sanader.

Die Balkanverstrickungen der Hypo hätten aber schon vor Beginn der Sezessionskriege begonnen und ein Finanzkarussell sei entstanden - Köpfe dahinter vermutet der Autor in kroatischen Regierungskreisen und in der Hypo. Sie hätten die Hypo von Anfang an "als Dienstleistungsbetrieb der politischen, medialen und wirtschaftlichen Tycoon-Oligarchie konzipiert", vermuten Agenten dem Buchautor zufolge, "wobei mit dieser Bank beinahe jeder kooperieren konnte, der in Verbindung zum organisierten Verbrechen ... stand".

Thematisiert wird auch der deutsche Bundesnachrichtendienst (BND), der einen Bericht über die Hypo und auch die Nahost-Aktivitäten Haiders verfasst haben soll und gar der US-Geheimdienst CIA.

Lob erfährt im neuen Skandalbuch Irmgard Griss für den Bericht ihrer Kommission zum Hypo-Skandal.

Lauda-Airline kann Mitarbeitern in Deutschland Gehalt nicht auszahlen

Lauda-Airline kann Mitarbeitern in Deutschland Gehalt nicht auszahlen

Der Streit zwischen der Ryanair-Tochter Laudamotion und der Gewerkschaft …