Neues Mobilitätskonzept für Graz vorgelegt

Graz (APA) - Weniger Auto, dafür mehr tägliche Wege per Fahrrad, zu Fuß oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Das ist das Ziel eines neuen Mobilitätskonzeptes für Graz, das am Montag in der steirischen Landeshauptstadt vorgestellt wurde. Der Umweltsystemwissenschafter Christian Kozina hat sein 18-Punkte-Programm gemeinsam mit Vertreten der Radlobby ARGUS Steiermark und Fahrgast Steiermark präsentiert.

Laut Kozina setzen rund 50 Prozent der Grazer bei der Wahl ihres Fortbewegungsmittels täglich auf den motorisierten Individualverkehr, je rund 20 Prozent gehen zu Fuß oder wählen Öffis, 15 Prozent nehmen das Fahrrad. "Tausende Menschen stauen sich täglich in die Stadt und wieder hinaus. Feinstaub, Lärm und CO2 sind die Folge", wie Kozina sagte. Auf Basis einer Uni-Lehrveranstaltung hat er in zusätzlichen rund 300 ehrenamtlichen Stunden ein Konzept entwickelt, die das Verkehrsproblem lösen könnte. Den zuständigen Stellen in Stadt und Land habe er es bereits übermittelt, wie Kozina sagte.

Für Fußgänger sieht das rund 70-seitige Konzept u.a. Fußgängerzonen an Stellen mit bisher schon hohem Fußgängeraufkommen wie dem Joanneumsviertel, rund um den Tummelplatz oder Kaiser-Josef-Platz oder auch zusätzliche Gehwege vor, die den Fußgängern ihre Wege verkürzen sollen. Das Radwegenetz soll flächendeckend ausgebaut werden und es sollen mehr Rad-Abstellplätze errichtet werden.

Weiters sollte laut Ansicht des Umweltsystemwissenschafters die S-Bahn stärker in das städtische Öffi-Netz eingebunden sowie ergänzend Regionalbusse als Schnellbusse geführt und in den öffentlichen Verkehr eingebunden werden. Die Straßenbahnlinien müssten "vom bisherigen Stern zu einem wirklichen Netz" ausgebaut werden, wie Kozina sagte. Öffentliche Verkehrsmittel müssten künftig auch abends, am Wochenende und zu Ferienzeiten in höheren Frequenzen fahren. Bisherige Umsteigeplätze müssten laut dem Konzeptautor attraktiviert werden.

Die Car- und Bike-Sharing-Stationen sollen flächendeckend errichtet, Kreuzzungen für den Fuß-, Rad- und öffentlichen Verkehr optimiert werden und nicht zuletzt sollte öffentlicher Raum so gestaltet werden, "dass sich die verschiedenen Verkehrsmittel nicht gegenseitig blockieren", wie Kozina ausführte.

Die Umsetzungskosten wurden nicht angegeben. Aus Sicht von der Radlobby ARGUS Steiermark handle es sich um ein "Maßnahmenbündel, das rasch umgesetzt werden kann". Laut Heidi Schmitt von der Radlobby sind die Ideen für den Radverkehr "sehr kostengünstig umzusetzen, es braucht nur Mut vonseiten der Politik". Unterstützung fand das Konzept am Montag auch von Thomas Schilcher von Fahrgast Steiermark. "Mit Einzelmaßnahmen kommen wir nicht weiter, wir müssen ein größeres Ganzes schaffen, in dem alle Maßnahmen aufeinander abgestimmt sind. Als prioritär bezeichnete er u.a. den Anschluss des S-Bahnknoten Don Bosco an das Straßenbahnnetz sowie die Errichtung eines Nahverkehrsknotens Gösting.

( S E R V I C E - Im Internet wird das Konzept gemeinsam mit einer Onlinepetition unter http://www.graz-verkehr.at veröffentlicht)

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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