Neuer Red-Bull-Verlag Benevento: Appell des Dalai Lama zum Auftakt

Salzburg/Wien/Fuschl - Der neue Salzburger Verlag Benevento – eine Tochter des Energy-Drink-Produzenten Red Bull – gibt sein erstes Buch heraus. Kurz vor seinem 80. Geburtstag am 6. Juli erscheint heute, Montag, ein Appell des Dalai Lama für eine neue Ethik jenseits von Religion. Dabei gibt sich der Verlag philanthropisch: Das Buch kostet keine fünf Euro und steht kostenlos in acht Sprachen zum Download bereit.

Die 56 Seiten starke Publikation basiert auf einem Interview des Dalai Lama mit dem Fernsehjournalisten Franz Alt. Der Deutsche hat das geistige Oberhaupt der Tibeter in den vergangenen drei Jahrzehnten mehr als 30 Mal getroffen und gilt als Kenner und Freund des Dalai Lama. Und der hat in dem abgedruckten Zwiegespräch mit Alt durchaus eine Botschaft parat. Er fordert eine neue Ethik über nationale, religiöse und kulturelle Grenzen hinweg – eine säkulare Ethik, die zugleich für Atheisten und Agnostiker hilfreich und brauchbar ist.

"Nach meiner Überzeugung können Menschen zwar ohne Religion, aber nicht ohne innere Werte, ohne Ethik auskommen", sagt der Dalai Lama. Nur indem Menschen bessere und bewusstere Menschen werden, ließen sich die Probleme der Welt – Kriege, Flüchtlingsströme, Klimawandel, Umwelt- und Finanzkrise, der Welthunger – lösen. Wissen und Praxis von Religionen reiche dazu in der heutigen Zeit nicht mehr aus. Zeiten, in denen im Namen der Religion oft auch Gewalt eingesetzt und gerechtfertigt werde. Vielmehr fordert der Dalai Lama eine säkulare Ethik mit globaler Verantwortung und mehr Achtsamkeit gegenüber allem Leben, mit Bildung, Respekt, Toleranz, Fürsorge und Gewaltlosigkeit.

"Der Appell des Dalai Lama an die Welt. Ethik ist wichtiger als Religion" erscheint ab 1. Juni im Wochenrhythmus sukzessive in acht verschiedenen Sprachen – auf Deutsch, Englisch, Arabisch, Spanisch, Russisch, Französisch, Portugiesisch und Chinesisch. Bei der frei verfügbaren Online-Version sei der finanzielle Gedanke in den Hintergrund gerückt, betonte der Verlag gegenüber der APA. Es sei klar gewesen, dass die Inhalte der Botschaft des Dalai Lama einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden müssen.

Der Salzburger Getränkehersteller hat sein Literaturgeschäft zuletzt stark ausgeweitet und vereint in der Red Bull Media House GmbH gleich mehrere Verlage. Neben der neuen Dachmarke Benevento, unter der ab Herbst nächsten Jahres auch ein eigenes Programm erscheinen soll, sind das der 2013 übernommene Sachbuchverlag Ecowin, die Reihe der Servus-Bücher und die Marke PanTauro, die eng in der Welt von Red Bull verankert ist und etwa Alpinisten- oder Sportlerporträts bringt.

(S E R V I C E: "Der Appell des Dalai Lama an die Welt. Ethik ist wichtiger als Religion"; Herausgeber: Franz Alt; Benevento-Verlag; 56 Seiten; 4,99 Euro für die gedruckte Ausgabe; ISBN: 978-3710900006; Alle Sprachversionen stehen mit Erscheinen des gedruckten Buches kostenlos zum Download in den Online-Stores etwa von Amazon und iTunes zur Verfügung)

Washington (APA/dpa) - Nach tagelangen zähen Verhandlungen haben Republikaner und Demokraten in den USA den Stillstand der Regierung beendet - das eigentliche Problem damit aber nur vertagt. Der Kongress verabschiedete am Montag einen weiteren Übergangshaushalt, der die Finanzierung der Regierung bis zum 8. Februar sicherstellt. Beide Seiten wollen zudem weiter über ein Einwanderungspaket verhandeln.
 

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"Shutdown" der US-Regierung beendet - aber nur Übergangslösung

Luxemburg (APA/dpa) - Der Europäische Rechnungshof hat der EU-Kommission Nachlässigkeiten bei der Haushaltsüberwachung in Europa vorgeworfen. Die Brüsseler Behörde wende den Stabilitäts- und Wachstumspakt nicht effektiv an, um übermäßige Verschuldung und wirtschaftliche Ungleichgewichte in Europa wirksam zu verhindern, erklärten die Rechnungsprüfer am Dienstag in Luxemburg.
 

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Rechnungshof wirft EU-Kommission mangelhafte Haushaltsüberwachung vor

Wien (APA) - Am heutigen zehnten Verhandlungstag im Korruptionsprozess gegen den Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser (FPÖ/ÖVP) und 13 weitere Angeklagte hat der Verteidiger des mitangeklagten Walter Meischberger schwere Vorwürfe erhoben. Der Anwalt mutmaßt eine verbotene Absprache zwischen dem teilgeständigen Peter Hochegger und der Justiz. Hochegger und Staatsanwalt Alexander Marchart dementierten das.
 

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Grasser-Prozess - Verteidigervorwurf gegen Hochegger: Verbotener Deal