Netflix-Chef Reed Hastings: "Für lokale Sender bleibt genug Platz"

Der Online-Dienst Netflix kündigte jüngst auf einen Schlag den Start in 130 weiteren Ländern an und hat jetzt eine globale Reichweite - nur China fehlt als großer Markt. Netflix-Chef Reed Hastings (55) sprach am Rande der Internet-Konferenz DLD in München mit der Deutschen Presse-Agentur über den Wandel des Geschäfts.

dpa: Herr Hastings, wären Sie jetzt als weltweiter Dienst auch an neuen Inhalten wie großen Sportevents interessiert, die ein globales Publikum anziehen?

Reed Hastings: Nein, nein, wir bleiben bei Filmen und TV-Serien. Der große Unterschied ist: Früher ging es darum, Hollywood-Produktionen in die Welt zu bringen. Jetzt werden wir in verschiedenen Ländern drehen - und dann global senden.

dpa: Wechselt die Macht im Fernseh-Geschäft von TV-Sendern in einzelnen Ländern zu wenigen globalen Streamingdiensten wie Netflix oder Amazon?

Hastings: Wir sind eine Ergänzung. Die lokalen TV-Sender werden weiterhin regionale Inhalte anbieten. Wir können nicht französischer sein als etwa Canal+. Aber wir werden zum Beispiel besser darin sein, Sendungen aus den USA weltweit zu verbreiten. In Frankreich zeigen wir dann Anime aus Japan, Science-Fiction aus Brasilien, Sendungen aus Polen und Amerika. Aber nur eine französische Serie. Für lokale Sender bleibt also genug Platz. Wir müssen nicht den gesamten TV-Konsum auf uns ziehen. Uns reichen ein paar Stunden pro Woche, das genügt, damit die Leute zufrieden sind für zehn Euro im Monat.

dpa: Kurz nach dem weltweiten Ausbau kündigten Sie an, dass Nutzer bald nur noch das Netflix-Programm aus ihren eigenen Ländern sehen können und Tricks wie VPN-Verbindungen zum Beispiel zur US-Version blockiert werden. Warum jetzt auf einmal?

Hastings: Die Studios verlangen das. Sie haben dafür neue Technologien entwickelt und wir wollten vorwarnen, dass das kommt. Der Zeitpunkt hat nicht direkt mit dem globalen Ausbau zu tun.

dpa: Die EU-Kommission will aber solches sogenanntes Geoblocking einschränken, damit Nutzer überall in Europa Zugang zu den im eigenen Land bezahlten Inhalten haben. Wie werden Sie sich dann anpassen?

Hastings: Für die meisten Sendungen in unserem Angebot in Europa haben wir bereits weltweite Rechte. Unser Ziel ist, dass Netflix überall auf der Welt gleich aussieht.

dpa: Wie lange wird es dauern, bis es dazu kommt?

Hastings: Fünf bis zehn Jahre. Bei neuen Sendungen sichern wir uns in der Regel gleich die weltweiten Rechte.

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