Negativzinsen setzen Schweizer Pensionskassen zu

Genf - Die von der Schweizer Nationalbank beschlossenen Negativzinsen setzen den Pensionskassen im Land zu. Das stellt Hanspeter Konrad, Direktor des Pensionskassenverbands ASIP, in einem Zeitungsinterview fest. Mit noch höheren Strafzinsen könnten sich die Schwierigkeiten noch verschärfen.

Die Pensionskassen mit Negativzinsen zu bestrafen, erlaube es nicht, gegen den starken Franken zu kämpfen, sagte Konrad im am Montag in einem in der Westschweizer Zeitung "Le Temps" veröffentlichten Interview. "Die Pensionskassen spekulieren nicht mit dem Franken."

Die Kassen müssten 20 bis 25 Mrd. Franken (19,35 bis 24,18 Mrd. Euro) an Renten auszahlen. Sie seien deshalb gezwungen, über Liquidität zu verfügen. Doch der Besitz von Geld werde heute bestraft, betonte der ASIP-Direktor.

Die ASIP ersuchte deshalb die Schweizerische Nationalbank (SNB) schriftlich, die Kassen von der Pflicht zu befreien, Strafzinsen zu bezahlen. Dies verweigerte ihnen die SNB allerdings.

Negativzinsen "verschärfen die Schwierigkeit für Vorsorgeeinrichtungen, die nötigen Renditen zu erzielen, und das zu einem Zeitpunkt, da die Renditen auf Obligationen sehr tief sind. Der starke Druck auf die Kassen trifft schlussendlich die Versicherten", kritisierte der ASIP-Direktor.

Vergangene Woche reduzierte die SNB die Ausnahmen vom Negativzins. Seither werden auch die Pensionskassen des Bundes Publica und der SNB selber damit belastet. Nur die Girokonten der zentralen Bundesverwaltung und der Ausgleichsfonds AHV/IV/EO unterliegen nicht den Negativzinsen, wie die SNB mitteilte.

Im Jänner senkte die SNB die Negativzinsen auf Giroguthaben ab einem bestimmten Freibetrag um einen halben Prozentpunkt auf minus 0,75 Prozent. Damit sollte der überbewertete Franken weniger attraktiv für Anleger gemacht und so geschwächt werden.

Berlin (APA/Reuters) - Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Standfestigkeit der EU bei den Brexit-Verhandlungen gefordert. "Wir wollen ein geordnetes Verlassen Großbritanniens, aber nicht um jeden Preis. Wir dürfen uns den Binnenmarkt nicht zerstören lassen", sagte die Kanzlerin am Montag auf dem Unternehmertag des Außenhandelsverbands BGA in Berlin.
 

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Brexit - Merkel: "Dürfen uns Binnenmarkt nicht zerstören lassen"

Wien (APA/Reuters) - Der Finanzinvestor Advent bereitet Finanzkreisen zufolge einen Börsengang oder Verkauf der Wiener Addiko Bank vor, die aus der zusammengebrochenen Krisenbank Hypo Alpe Adria hervorgegangen ist. Die Investmentbanken Goldman Sachs und Citi sollen Advent bei dem Prozess beraten, sagten mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.
 

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Finanzinvestor Advent bereitet Ausstieg bei Addiko Bank vor

Berlin/Rüsselsheim (APA/dpa) - Autohersteller wie VW mussten wegen unzulässiger Abgastechnikmanipulation bereits Diesel-Fahrzeuge zurückrufen - verpflichtend. Im Abgasskandal gerät nun auch Opel zunehmend in Visier der Behörden und immer stärker unter Druck. Das deutsche Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) will für den Autobauer einen Rückruf von rund 100.000 Diesel-Fahrzeugen anordnen.
 

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Deutschland - Rückruf für 100.000 Opel-Diesel "steht kurz bevor"