Nationalbank: 200 Jahre Kampf gegen Inflation und Geldfälscher

Notenbanken gibt es in Europa seit Mitte des 17. Jahrhunderts und in Österreich seit 1705. Papiergeld kennt Österreich seit 1762 - damals hieß es noch "Bancozettel", herausgegeben von dem "Wiener Stadtbanco". Aber der Startschuss für die "privilegirte oesterreichische National-Bank" fiel erst am 1. Juni 1816 - als private Aktiengesellschaft und in Reaktion auf die Staatspleite von 1811.

1811 lag die Verschuldung Österreichs zwar nur bei geschätzten 80 Prozent, der Kaiser sah aber dennoch keinen anderen Weg, als die in Umlauf befindlichen "Bancozettel" um 80 Prozent abzuwerten. Sein Brachialeingriff führte zwar zu einer großen Verunsicherung in der Bevölkerung und dem Ruin zahlloser Familien, dämmte aber die Inflation nicht ein. Denn deren Ursache, das Defizit im öffentlichen Haushalt, getrieben durch die Finanzierung von Kriegen, blieb bestehen - und es wurde weiter durch die Ausgabe von Papiergeld finanziert. Zwischen 1792 und 1816 hat sich die Menge an Papiergeld auf das 120-fache erhöht, allein zwischen 1811 und 1816 verdreifachte sie sich - damit konnte die damalige Basis, die Silberbestände, nicht mithalten. Gold diente erst Ende des 19. Jahrhunderts als Sicherheit für Papiergeld.

Die Nationalbank feiert nun ihr 200-jähriges Bestehen mit zwei Büchern, die heute, Donnerstag, vorgestellt werden. Das eine ist eine Schilderung der wichtigsten Phasen der Notenbankpolitik, das andere ein Band gespickt mit Grafiken, Bildern und Faksimiles von Dokumenten. Zusammen geben sie nicht nur einen Einblick in die Währungspolitik Österreichs seit Anfang des 18. Jahrhunderts, sondern auch in Besonderheiten der Notenbank. Sie hatte bei ihrer Gründung gerade einmal 45 Mitarbeiter, hundert Jahre später den Höchststand von 3.679 und jetzt etwas über 1.000.

Frauen waren bis 1850 nicht zugelassen, danach ein paar Jahrzehnte nur zum Putzen, bis sie erst als Druckerinnen, dann als "Büromanipulantinnen" angestellt wurden - aber nur ledig. Denn bis 1920 mussten sie mit der Hochzeit aus der Nationalbank ausscheiden (allerdings mussten auch Männer ihre Hochzeitspläne genehmigen lassen). 1973 wurde erstmals eine Frau Abteilungsleiterin, 1990 war dann Maria Schaumayer die erste Frau weltweit an der Spitze einer Zentralbank.

Die Grundidee der Notenbank hat sich mit der Zeit dramatisch geändert: Anfangs wurde sie gegründet, um den Staatshaushalt zu finanzieren, was ihr heutzutage ausdrücklich verboten ist. Aber ein Problem zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte: der Kampf gegen Fälscher. Bereits im 18. Jahrhundert wurde dafür die "Fabrications-Commission" gegründet, aber egal welche Techniken angewandt wurden, die Fälscher fanden rasch Mittel, um die Sicherheitsmerkmale nachzubilden. Auch als man 1841 auf Tiefdruck umstellte und sich sicher wähnte, dauerte es nur wenige Jahre, bis nahezu perfekte Fälschungen gefunden wurden - Peter Rittter von Bohr, der diese im Alleingang mit einfachen Mitteln hergestellt hatte, kam zu einer gewissen Berühmtheit. Im 19. Jahrhundert hatte dann der Oberbuchhalter der Nationalbank eine kreative Idee: Durch Abbildung leicht bekleideter Frauen hätte die Aufmerksamkeit männlicher Nutzer erhöht werden sollen, was gegen Fälschungen helfen sollte. Der Vorschlag wurde aber nie in der Praxis getestet - die Umsetzung sei an den damaligen Moralvorstellungen gescheitert, vermuten die Autoren.

Siemens liefert den ÖBB zur Verwendung ab 2022 neue Züge. Der Rahmenvertrag dazu war im Juli bekanntgeworden, nun sind alle Einspruchsfristen abgelaufen und der Deal ist fixiert. Bis zu 700 Waggons für die Personenbeförderung im Wert von bis zu 1,5 Mrd. Euro können die ÖBB in dem Vertrag abrufen. Gebaut werden die Wagen im Siemens-Werk in Wien.
 

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Neue Siemens Züge für ÖBB ab 2022 in Betrieb

Eine schwache Nachfrage nach Graphikkarten für die Erzeugung von Kryptowährungen wie Bitcoin stimmt den US-Konzern Nvidia vorsichtig. Der Umsatz im laufenden Quartal werde wohl bei 3,25 Mrd. Dollar (2,9 Mrd. Euro), plus/minus zwei Prozent, und damit unter den von Analysten im Schnitt geschätzten 3,34 Milliarden liegen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit.
 

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Chiphersteller Nvidia steigerte Umsatz

Mehr als 1.000 Mitarbeiter von Google haben in einem Brief Bedenken gegen die Rückkehr des Suchmaschinen-Giganten nach China angemeldet. Die zensierte Suchmaschine mit dem Projektnamen "Dragonfly" (Libelle) werfe "dringende moralische und ethische Fragen auf", zitierte das US-Portal "The Intercept" am Donnerstag aus dem Schreiben an die Konzernführung, in dem auch mehr Informationen zu den Plänen gefordert werden.
 

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Protestbrief: Mitarbeiter von Google hinterfragen China-Pläne