Nächste Anklage gegen Ex-Hypo-Vorstände - Weitere in Vorbereitung

Klagenfurt/Wien - Die Serie der Gerichtsverfahren im Zusammenhang mit der Hypo Alpe-Adria-Bank reißt nicht ab. Die nächste Anklage gegen Wolfgang Kulterer, Tilo Berlin und Josef Kircher liegt bereits vor. Das Landesgericht Klagenfurt bestätigte am Donnerstag auf APA-Anfrage einen entsprechenden Bericht der "Kronen Zeitung". Laut dem Nachrichtenmagazin "profil" ist eine weitere Anklage praktisch fertig.

Untreue, so lautet der Vorwurf gegen Kulterer und Berlin in der Anklageschrift, die Richter Dietmar Wassertheurer zugeteilt wurde. Da geht es zum Einen um die Kosten für ein Gutachten, das laut Anklage die Hypo zahlen hätte müssen, die Kosten von 4,3 Mio. Euro aber auf die Kärntner Landesholding abgewälzt haben sollen. Dazu geht es um die Gründung von "steuerneutralen" Gesellschaften in Liechtenstein. Diese Konstrukte sollen dazu gedient haben, Gelder an den offiziellen Kanälen vorbei verschieben zu können. Laut "Kronen Zeitung" ging es da etwa um eine Millionenzahlung aus Belgrad, mit der "Consulting" in Serbien und Kroatien finanziert worden sei. Ex-Bankchef Kulterer soll laut einem geheimen Papier gesagt haben, dass oft "steuerneutrale Gelder" benötigt würden.

Kircher wiederum wird vorgeworfen, selbst abkassiert zu haben. Zwei Klagenfurter Unternehmer sollen für ihn Botenfahrten nach Liechtenstein durchgeführt haben, als Schadenssumme werden 750.000 Euro genannt. Außerdem droht Kircher laut "profil" zusätzlich Ungemach in Form einer weiteren Anklage, welche die Staatsanwaltschaft Klagenfurt angeblich erheben will. Demnach soll Kircher drei kroatischen Politikern je 210.000 Euro bezahlt haben, um Liegenschaften der Bank auf der Insel Pag von Weideland in Bauland umzuwidmen - was auch geschah. Abgewickelt wurden die Zahlungen über die in Liechtenstein aufgesetzte Zweckgesellschaft Monarola Invest Anstalt, eine Tochter der Hypo.

Laut Staatsanwaltschaft Klagenfurt sollen in Zusammenhang mit dem kroatischen Projekt in Summe 1,7 Millionen Euro über Scheinrechnungen geflossen sein. Neben den Kroaten sollen zwei österreichische Geschäftsleute je 250.000 Euro, Kircher selbst 550.000 Euro eingestreift haben, was Kirchers Anwalt Richard Soyer bestreitet.

Der südafrikanische Steinhoff-Großaktionär Christo Wiese kappt nach seinem Rücktritt als Verwaltungsratschef weitere Verbindungen zu dem angeschlagenen Handelsriesen. Wiese sagte am Freitag den Verkauf der Einzelhandelskette Shoprite an Steinhoffs Afrika-Tochter STAR ohne Angabe von Gründen ab.
 

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Steinhoff-Großaktionär sagt Milliarden-Firmenverkauf ab

Der kriselnde Möbelhändler Steinhoff - Muttergesellschaft von Kika/Leiner - lässt seinen Ankündigungen Taten folgen und versilbert Anteile an der südafrikanischen Investmentgesellschaft PSG Group. So habe das Unternehmen 20,6 Millionen Aktien oder 9,5 Prozent der Anteile an PSG verkauft, teilte Steinhoff am Freitag mit.
 

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Steinhoff verkauft Anteile an südafrikanischer Investmentgesellschaft

Am Mittwoch ist die Air-Berlin-Tochter Niki pleitegegangen. Noch gibt es eine leise Hoffnung, die Firma zu erhalten. Unterdessen fischen Konkurrenten bereits nach den hoch qualifizierten Niki-Mitarbeitern. Und auch die Kunden können hoffen, dass sie nicht um ihr Geld umfallen. Die deutsche Regierung muss aber einen Teil ihres 150 Mio. Euro schweren Überbrückungskredits für Air Berlin abschreiben.
 

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Niki-Pleite - Chancen für Mitarbeiter und letzte Hoffnung für Firma