Nach Regierungswechsel: Börse Athen bis 7,42 Prozent im Minus

Athen/Frankfurt - Kaum hat die neue Links-Rechts-Regierung in Griechenland erste Pläne vorgestellt, sind die Finanzmärkte des Landes regelrecht abgestürzt. Am Mittwoch erlitten sowohl die Aktien als auch die Kurse von Staatsanleihen starke Verluste. Der Börsen-Leitindex ASE in Athen brach zeitweise um 7,42 Prozent auf 725,20 Punkte ein.

Eine heftige Reaktion zeigte sich in Athen auch im Handel mit griechischen Staatsanleihen. Sie wurden von vielen Anlegern abgestoßen. Die starken Verkäufe führten zu fallenden Kursen. Im Gegenzug stiegen die Renditen kräftig. Bei Papieren mit einer Laufzeit von zehn Jahren sorgten die Verkäufe im freien Handel für einen Anstieg der Rendite um 0,92 Prozentpunkte auf 10,15 Prozent. Der Zins am freien Markt hat damit wieder das Niveau erreicht, das er vor der Ankündigung des massiven Kaufprogramms von Staatsanleihen durch die Europäische Zentralbank (EZB) erreicht hatte.

Die Renditen signalisieren den faktischen Preis, den Staaten für neue Schulden am Kapitalmarkt zahlen müssen - über 7 Prozent gelten sie als längerfristig nicht mehr tragbar. Griechenland ist schon seit Jahren auf Kredithilfsprogramme der internationalen Geldgeber angewiesen. Am freien Markt werden bereits laufende Staatsanleihen gehandelt.

Vor der ersten Sitzung des neuen Kabinetts am Mittwoch in Athen waren erste Pläne der neuen Regierung zum Stopp von Privatisierungen bekannt geworden. Zunächst betreffe dies die Elektrizitätsgesellschaft DEI, sagte der griechische Energie- und Umweltminister Panagiotis Lafazanis dem Rundfunksender Skai. Zudem sollen auch die griechischen Staatseisenbahnen nicht verkauft werden. Außerdem gibt es Meldungen, dass eine 320 Mio. Euro schwere chinesische Investition im Container-Hafen von Piräus gestoppt werden soll.

Außerdem hatte Tsipras in seinem Kabinett einem scharfen Kritikern der Sparpolitik die Zuständigkeit für Finanzen gegeben. Das beunruhigt die Anleger. Der Ökonom Giannis Varoufakis soll als Finanzminister Verhandlungen mit den internationalen Geldgebern führen.

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EZB-Chef Draghi: Über Reformen und das Ende von Anleihenkäufen

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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Novartis investiert 200 Mio. Euro in Tiroler Standorte