Nach Betrugsverdacht gegen Buchhalterin: Werbeagentur in Konkurs

Salzburg - Nachdem der Gründer einer Salzburger Werbeagentur im April gegenüber Medien einen Betrugsverdacht gegen eine Buchhalterin geäußert hat, ist über das Unternehmen heute, Dienstag, am Landesgericht Salzburg aufgrund eines Eigenantrages das Konkursverfahren eröffnet worden. Laut Gläubiger- und Kreditschutzverbänden schwanken die Passiva der ideenwerk GmbH zwischen rund 1 Mio. und 4,5 Mio. Euro.

"Die Insolvenzursachen liegen in einer allfälligen Veruntreuung von Geldern in Höhe von rund 2,8 Mio. Euro", informierte der Österreichische Verband Creditreform. Die Passiva würden rund 1,04 Mio. Euro betragen, hieß es. Von dem Konkurs betroffen sind 28 Dienstnehmer und über 70 Gläubiger. Das Unternehmen mit Sitz in Salzburg-Bergheim, das 1997 gegründet wurde und sich mit Fotografie und Werbegrafik beschäftigt, soll geschlossen und liquidiert werden.

Dem Alpenländischen Kreditorenverband AKV Europa zufolge betragen die Passiva "jedenfalls mehr als eine Million Euro". Der AKV berichtete, dass die Geschäftsführung der Firma die nunmehrige wirtschaftliche Situation des Unternehmens im Wesentlichen auf diverse strafrechtliche Tatbestände von einer bekannten Täterin und möglicherweise auch weiteren unbekannten Tätern zurückführt. "Es soll auch einen Notariatsakt über ein Anerkenntnis der bekannten Person geben, die dem Unternehmen eine erhebliche Geldsumme widerrechtlich entzogen hat. Trotz positiver Ergebnisse in den letzten Jahren war es angeblich durch die Berichterstattung in den vergangenen Monaten nicht mehr möglich, einen Investor zu finden oder das Unternehmen zu sanieren." Die Gläubigerversammlung ist für 10. Juli anberaumt, erst danach könne der genaue Schuldenstand bekannt gegeben werden, hieß es.

Laut dem Kreditschutzverband von 1870 betragen die Passiva rund 4,5 Mio. Euro, die Aktiva seien nicht bekannt. "Die Gesellschaft wird aufgrund der fristlosen Entlassung des Geschäftsführers zur Zeit von den beiden Gesellschaftern geführt."

Die Werbeagentur hat bei der Staatsanwaltschaft Salzburg mittlerweile eine Sachverhaltsdarstellung über den Betrugsverdacht eingebracht. "Die Sachverhaltsdarstellung ist am 30. April eingelangt. Diese wird nun geprüft. Dann werden wir sehen, welche weiteren Schritte zu veranlassen sind", erklärte Staatsanwaltschafts-Sprecher Marcus Neher am Dienstag auf Anfrage der APA. Der Firmengründer, ein Fotograf, hatte Mitte April gegenüber Medien erklärt, dass die freischaffende Buchhalterin (49), eine deutsche Staatsbürgerin, über mehrere Jahre hindurch hohe Geldbeträge abgezweigt habe. In wirtschaftlich starken Monaten sollen es bis zu 80.000 Euro gewesen sein.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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