Musik-Dienst Deezer legt Börsenpläne auf Eis

Der französische Musikdienst Deezer hat seinen Börsengang auf unbestimmte Zeit verschoben. Die Firma machte dafür die Marktbedingungen verantwortlich. Man werde in Zukunft darüber entscheiden, auf welche Weise frisches Kapital beschafft werden solle, erklärte Deezer am Dienstagabend. Das Unternehmen habe genug Geld, um weiter zu wachsen.

Der Börsengang hätte nach bisherigen Angaben über 400 Millionen Euro schwer werden sollen. Der gesamte Streaming-Service sollte dabei zusammen mit den Einnahmen aus dem Aktienverkauf mit 900 Millionen bis 1,1 Milliarden Euro bewertet werden. Deezer zog die Bremse nahezu in letzter Minute: Die Aktie sollte am Freitag an der Börse in Paris in den Handel kommen.

Deezer-Verwaltungsratschef Didier Bench sagte dem "Wall Street Journal", eine Rolle bei der Absage des Börsengangs habe der Kurssturz des Internet-Radiodienstes Pandora vergangene Woche gespielt. Die Anleger waren enttäuscht über einen Quartalsverlust und gesunkene Nutzerzahlen, die Aktie brach an einem Tag um fast 36 Prozent ein.

Deezer spricht von rund 6,3 Millionen zahlenden Abo-Kunden zum Stichtag Ende Juni. Die ausführlichen Angaben im Börsenprospekt zeigten zugleich, dass nur knapp drei Millionen von ihnen auch monatlich aktiv waren. Die anderen kamen zu Deezer über Paket-Angebote zum Beispiel mit Mobilfunk-Anbietern. Es blieb unklar, wie häufig sie den Dienst noch nutzen. Zugleich zahlen rund 800.000 Kunden weiter, obwohl sie nicht jeden Monat aktiv sind - und bringen damit Deezer trotzdem Geld.

London (APA/Reuters/dpa) - Einen Tag nach dem von Konfrontation geprägten EU-Gipfel in Salzburg hat die britische Premierministerin Theresa May Härte demonstriert und von Brüssel neue Brexit-Vorschläge gefordert. Die Verhandlungen seien in einer Sackgasse. "Ich habe die EU immer mit Respekt behandelt. Großbritannien erwartet dasselbe", sagte May in ungewöhnlich scharfen Worten am Freitag in London.
 

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May demonstriert nach EU-Gipfel Härte in Brexit-Gesprächen

Wien/Stuttgart (APA) - "Wir müssen ein anderes Denken üben", so der Appell von Eckhard Minx, Zukunftsforscher und Vorstandssprecher der "Daimler und Benz Stiftung" beim heutigen "Deutsch-Österreichischen Technologieforum" in Wien. Die Menschen hätten das "Trugbild der Beständigkeit" im Kopf, dabei stehe die Gesellschaft vor einem grundsätzlichen Wandel. "Digitalisierung ist so was wie ein Tsunami", so Minx.
 

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Zukunftsforscher: "Digitalisierung ist so was wie ein Tsunami"

Wien (APA) - Zahlreiche Missstände hat der Rechnungshofbericht zur bereits aufgelösten Bundesanstalt für Verkehr (BAV) zutage gebracht. Nachdem der RH die Staatsanwaltschaft eingeschaltet hat, wird gegen drei Beschuldigte wegen Amtsmissbrauch und Untreueverdacht ermittelt. So sollen Millionen zu viel überwiesen worden sein, knapp 350.000 Euro ohne Gegenleistung gezahlt und Untersuchungsberichte nie veröffentlicht worden sein.
 

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Bundesanstalt für Verkehr: Amtsmissbrauch- und Untreueverdacht