MPC-Fonds - Erneut Urteile gegen ARAG: Versicherer muss Klagen zahlen

Der Rechtsschutzversicherer ARAG hat in Sachen geschlossene Fonds des deutschen Emissionshauses MPC erneut eine Niederlage vor Gericht erlitten. Das Wiener Oberlandesgericht (OLG) stellte gleich zweimal fest, dass die ARAG MPC-Klagen decken muss. Im Mai hatte der OGH entschieden, dass die ARAG einem Kunden eine Klage gegen seine Bank, bei der er MPC-Fonds gekauft hatte, zahlen muss.

Einen der beiden OLG-Beschlüsse hat der Verein für Konsumenteninformation (VKI) erwirkt, der einen Musterprozess gegen die ARAG angestrengt hat. "Anlass war eine regelrechte Beschwerdeflut von Anlegern, die in geschlossene Fonds investiert hatten" und denen die ARAG die Deckung für Schadenersatzklagen gegen die Vermittler von Fondsanteilen verwehrt hat, so der VKI am Donnerstag in einer Aussendung.

Die Rechtsschutzversicherung habe die Ablehnung mit mangelnden Erfolgsaussichten begründet, da die Ansprüche bereits verjährt seien. Außerdem habe sie sich auf die Spekulationsausschlussklauseln in den Rechtsschutzversicherungsbedingungen berufen.

Das OLG schmetterte diese Argumente - genauso wie das Erstgericht - ab. Im konkreten Fall sei der Veranlagungs- und nicht der Spekulationszweck im Vordergrund gestanden. Auch könne eine Verjährung der Ansprüche nicht schon wegen der länger zurückliegenden Reduktion der prognostizierten jährlichen Ausschüttungen angenommen werden.

Auf das Thema Verjährung bei MPC-Fonds geht das OLG Wien auch in einem zweiten Beschluss (30 R 23 /14v) ein, der der APA vorliegt. In dem Fall ging es um eine MPC-Klage wegen Prospekthaftung, die die ARAG nicht zahlen wollte. Auch diesmal lehnte die Versicherung die Deckung ab, weil die Schadenersatzansprüche nach Ansicht der Versicherung bereits verjährt waren.

In Österreich müssen Schadenersatzansprüche spätestens drei Jahre nach Kenntnis von Schaden und Schädiger geltend gemacht werden.

Wann diese Frist genau zu laufen beginnt, darüber streiten viele ARAG-Kunden, die mit Schiffs- oder Hollandfonds von MPC Geld verloren haben, mit ihrer Versicherung. Die ARAG ist der Meinung, die Frist habe bereits zu laufen begonnen, als erste Ausschüttungen ausgeblieben sind. Das war bei MPC teils schon 2007/08 der Fall, wie Anlegeranwalt Sebastian Schumacher - er hat den zweiten OLG-Beschuss erwirkt - zur APA sagte. Eine Klage erst jetzt einzubringen, wäre nach Rechtsmeinung der ARAG zu spät.

Anders sieht das freilich Schumacher und jetzt auch das Oberlandesgericht. Im konkreten Fall hat sich der Anleger erst 2013 an die ARAG gewandt, weil er da erst dahintergekommen ist, dass die Angaben im MPC-Prospekt womöglich unrichtig waren.

Das ist OK, meint das OLG: Denn die ARAG habe im Berufungsverfahren "nach wie vor damit (argumentiert), dass der Kläger aufgrund der ausbleibenden Ausschüttungen Kenntnis von Schaden und Schädiger gehabt habe und geht nicht darauf ein, dass der Kläger seinen Ersatzanspruch gar nicht auf einen Irrtum über die Kontinuität der Ausschüttungen stützt."

Die ARAG sprach gegenüber der APA von einer "Einzelfallentscheidung zur Verjährung, die wir akzeptieren und umsetzen." Was die Deckung betrifft, sei jeder Sachverhalt sei einzeln zu prüfen, hieß es aus der Direktion in Wien.

"Was die ARAG bei Anlegerschadensfällen um Fremdwährungskredite und geschlossene Fonds betreibt, kommt einer systematischen Rechtsschutzverweigerung gleich", meint dagegen VKI-Juristin Petra Leupold. Insofern sei die OLG-Rechtsprechung ein "echter Dammbruch".

Auch Schumacher sieht im Vorgehen der ARAG einen "Skandal, weil Versicherungsnehmer jahrelang ihre Prämie bezahlt haben und jetzt, wo sie die Versicherung brauchen würden, ihnen willkürlich die Deckung vorenthalten wird."

Schumacher sind mehrere Fälle bekannt, wo die ARAG die Deckung von MPC-Klagen abgelehnt habe - auch nach dem OGH-Urteil. Einem Anleger teilte die ARAG erst am 3. Juni mit, dass man "für ein Vorgehen gegen die MPC-Gruppe bedauerlicherweise keine Kostendeckung bestätigen" könne. Dafür verwies die ARAG in einem der APA vorliegenden Schreiben auf die VKI-Sammelaktion gegen MPC. Dass sich der Anleger auf den OGH berufen hatte, half ihm nichts: Der OGH-Spruch habe sich auf einen Fall bezogen, wo ein Anleger nur in einen MPC-Fonds investiert hat, nicht jedoch, so wie der nunmehrige Anleger, in drei Fonds.

Schumacher kündigte an, weitere Klagen gegen die ARAG einzubringen.

Wien (APA) - Der börsenotierte Caterer Do&Co verlängert die Kooperation mit der teilstaatlichen Turkish Airlines (Türk Hava Yollari A.O.). Die Zusammenarbeit wird über 15 Jahre im Rahmen der gemeinsamen Gesellschaft THY DO & CO kram Hizmetleri A. fortgesetzt - vorbehaltlich der Genehmigungen durch Unternehmensorgane und von Behörden "sowie einer zufriedenstellenden Vertragsdokumentation", so Do&Co Dienstagabend.
 

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Do&Co verlängert Kooperation mit Turkish Airlines um 15 Jahre

Maribor (APA) - Der österreichisch-slowenisch-kanadische Geschäftsmann Walter Wolf steht in Slowenien wegen Vorwürfen der Geldwäsche in Zusammenhang mit der Patria-Schmiergeldaffäre vor Gericht. Bei der Anklageverlesung vor dem Bezirksgericht in Maribor plädierte der 79-Jährige am Montag auf nicht schuldig, berichtete die Nachrichtenagentur STA.
 

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Patria-Affäre in Slowenien: Wolf wegen Geldwäsche vor Gericht

Innsbruck (APA) - Die Asfinag hat dementiert, dass die geplante temporäre Freigabe des Pannenstreifens auf der Inntalautobahn (A12) zwischen Innsbruck West und Zirl vorerst auf Eis gelegt wird. Der Geschäftsführer für Tirol und Vorarlberg, Stefan Siegele, bezeichnete dies in einer Aussendung als "völlig falsch". Der "Kurier" hatte zuvor über ein Aus für die Pannenstreifen-Freigabe berichtet.
 

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Aus für Pannenstreifen-Freigabe in Tirol: Asfinag dementiert