Motorenhersteller Deutz setzt auf Elektroantrieb

Köln (APA/Reuters) - Der für seine Dieselmotoren bekannte Traditionskonzern Deutz will in den kommenden Jahren sein Wachstum mit Elektro- und Hybridantrieben vorantreiben. "Wir wollen zukünftig nicht mehr nur als reine Dieselfirma operieren", sagte Vorstandschef Frank Hiller am Donnerstag in einem Reuters-Interview.

Deutz wolle Produkte anbieten, die teilweise oder ganz elektrisch seien. Sowohl bei Landmaschinen-, Baumaschinen oder Geräten wie Gabelstaplern gebe es bei den Kunden dafür ein großes Interesse. Schließlich ließen sich so Kosten sparen und ein zusätzlicher Nutzen erzielen. Um den Prozess zu beschleunigen, übernimmt der SDax-Konzern die auf alternative Antriebe spezialisierte Firma Torqeedo.

Das Unternehmen aus dem Raum München ist nach eigenen Angaben Weltmarktführer für elektrische Bootsantriebe. Die vor zwölf Jahren gegründete Firma beschäftigt rund 130 Mitarbeiter und erwartet im laufenden Geschäftsjahr 2016/17 einen Umsatz von rund 25 Mio. Euro. Firmengründer und Chef Christoph Ballin soll Deutz nun auch als Mitglied des Managements bei dem Thema auf die Sprünge helfen. "Die technischen Themen, die sich stellen, sind relativ ähnlich", sagte er Reuters. Die Anwendungsbereiche von Deutz erforderten wie auch bei Booten robuste Systeme, etwa was Vibrationen und Wasserdichtigkeit betrifft.

Deutz stellt Motoren unter anderem für Land- und Baumaschinen, Stapler, Schiffe oder Nutzfahrzeuge her. Neben Diesel- gehören auch Gasmotoren dazu. Zu den Konkurrenten zählen der US-Konzern Cummins oder der zu Caterpillar gehörende britische Hersteller Perkins.

Nach neun Monaten auf dem Chefsessel in Köln bringt Hiller den vor 153 Jahren gegründeten Konzern mit den Elektroantrieben auf eine neue Spur, die auch die großen Automobilhersteller wie Volkswagen, Daimler oder BMW verfolgen. "2020 werden wir mit den ersten Produkten kommen. Wir erwarten sofort Gewinne aus dem Geschäft", kündige der 51-Jährige an. Binnen fünf Jahren soll das Geschäft auf einen Anteil von fünf bis zehn Prozent am Konzernumsatz kommen. Inklusive des Erwerbs von Torqeedo investieren die Kölner zunächst rund 100 Mio. Euro in die neue Strategie. Deutz Konzern will Torqeedo ab dem 1. Oktober konsolidieren.

Am Markt kam der Zukauf gut an. "Das ist ein wichtiger Schritt in der E-Strategie von Deutz", sagte ein Händler. Die Aktie legte zeitweise über drei Prozent zu.

Eine starke Nachfrage erwartet Deutz-Chef Hiller nicht nur in Deutschland und Europa. "Das ist ein Geschäft, das sich weltweit abspielen wird. Unsere Kunden agieren weltweit." Einen Abschied vom Dieselmotor erwartet der Manager aber nicht. Erstmal sei die Elektrifizierung für Motoren im unteren Leistungsbereich relevant. "Aber die Technologie entwickelt sich weiter." Deutz sehe durch die Elektrifizierung zusätzliches Potenzial für seine Geschäfte. "Der Dieselmotor wird noch lang die Zukunft von Deutz gestalten."

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