Moody's warnt vor Verlusten bei deutschen Lebensversicherungen

Frankfurt - Die Lebensversicherungen müssen sich nach Einschätzung der US-Ratingagentur Moody's auf harte Zeiten einstellen. Die Unternehmen würden wegen der dauerhaft niedrigen Zinsen mit ihren Anlagen viele Jahre lang weniger verdienen, erklärte das Unternehmen am Donnerstag.

"Das wird die Gewinne der Versicherer schmälern und das Risiko erhöhen, dass es Verluste gibt und die Kapitalpuffer schmelzen." Unter Druck geraten wird die Assekuranz laut Moody's vor allem in den Niederlanden, Norwegen, Taiwan und Deutschland.

Hierzulande gibt es rund 90 Millionen Lebensversicherungsverträge. Einige von ihnen sichern den Kunden eine Garantieverzinsung von vier Prozent zu. Da Staatsanleihen von stabilen westlichen Staaten kaum noch etwas abwerfen, können Versicherungen diese Rendite zurzeit aber nicht erwirtschaften. Zudem sei der Verkauf neuer Produkte im derzeitigen Umfeld schwieriger, erklärte Moody's. Die Mini-Zinsen belasteten die Ergebnisse der Versicherer somit doppelt.

"Ein langfristig niedriges Zinsumfeld ist eine Herausforderung für die Branche", räumte ein Sprecher des deutschen Branchenverbands GDV ein. "Die Versicherungswirtschaft ist aber mittelfristig dazu in der Lage, die Niedrigzinsphase zu überbrücken." Das sei auch die Einschätzung von Aufsichtsbehörden und Ratingagenturen. Moody's hat im Februar sogar vor dem Zusammenbruch kleinerer Lebensversicherer gewarnt, was der GDV als übertrieben zurückwies.

Die Analysten der Deutschen Bank beurteilen die Lage der Versicherungen mittlerweile ebenfalls skeptischer. Sie stuften den Sektor am Donnerstag auf "Neutral" herunter, weil sie steigenden Druck auf die Erträge der Assekuranz erwarten. "Das begrenzt unserer Ansicht nach das Potenzial für positive Überraschungen bei Dividenden und Kapitalausschüttungen und macht die Aktienkurse anfällig für Rückschläge."

Ihre Empfehlung für die Papiere von Europas größtem Versicherer Allianz senkten die Analysten von "Kaufen" auf "Halten". Allianz-Papiere verbilligten sich um 1,5 Prozent. Der europäische Versicherungsindex verlor sogar 2,4 Prozent.

Los Gatos (APA/Reuters) - Das Filmportal Netflix hat mit seinen Abonnentenzahlen die Märkte enttäuscht und seine Aktien auf Talfahrt geschickt. Der mit Produktionen wie "House of Cards" oder "Orange is the new black" bekannte Streamingdienst gewann nach eigenen Angaben vom Montag im zweiten Quartal auf dem US-Heimatmarkt 670.000 neue Nutzer hinzu, international waren es 4,47 Millionen.
 

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Filmportal Netflix enttäuscht - Aktie auf Talfahrt

Wien (APA) - Bei der Telekom Austria ist das Nettoergebnis im 2. Quartal wie erwartet durch eine Markenwert-Abschreibung von 112,5 Mio. auf 58,0 Mio. Euro gedrückt worden. Ohne diesen Effekt im Ausmaß von 72,4 Mio. Euro wäre das Nettoergebnis um 15,9 Prozent gestiegen.
 

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Telekom Austria: Abschreibung drückte Ergebnis im 2. Quartal

Washington (APA/Reuters) - US-Notenbankchef Jerome Powell sieht die US-Wirtschaft trotz der Gefahr eines ausufernden Handelsstreits weiter im Aufwind. Mit der richtigen Geldpolitik bleibe in den nächsten Jahren der Arbeitsmarkt stark und die Inflation in der Nähe von zwei Prozent, sagte Powell am Dienstag in seiner halbjährigen Anhörung vor dem Bankenausschuss des US-Senats.
 

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Fed-Chef sieht US-Konjunktur trotz Handelsstreit optimistisch