Moody's gibt zehn Schweizer Banken besser Noten

Bern/Frankfurt - Die Ratingagentur Moody's hat ihre Bonitätseinschätzung für diverse Schweizer Banken überarbeitet. Anlass war eine neue Bewertungsmethodik. Diese schließt neu unter anderem eine Schätzung zur Verlustquote bei einem Ausfall ein.

Dabei wird auch die Wahrscheinlichkeit, dass die Regierung die Bank in einem solchen Fall unterstützt, berücksichtigt, wie aus einer Mitteilung der Ratingagentur vom Donnerstagabend hervorgeht.

Generell gibt Moody's den Schweizer Banken gute Noten. Die Ratingagentur hob das langfristige Schuldenrating für zehn Institute an. Über bessere Einstufungen freuen durften sich die Waadtländer Kantonalbank, die Bank Julius Bär, die Bank Pictet & Cie, Vontobel, die Bank Syz, die Berner Kantonalbank, die BSI, die Clientis, Raiffeisen Schweiz und Valiant.

Bestätigt wurden die Einstufungen für die St. Galler und die Zürcher Kantonalbank. Noch nicht abgeschlossen hat Moody's die Neubewertung der beiden Großbanken Credit Suisse und UBS. Diese dürften laut der Mitteilung aber noch in der ersten Jahreshälfte 2015 erfolgen.

Bei den vorgenommenen Bewertungen berücksichtigte Moody's unter anderem das "sehr starke" ökonomische und institutionelle Umfeld in der Schweiz, die solide Eigenkapitalausstattung der Banken sowie die Bevorzugung des Einlegeschutzes vor der Bedienung vorrangiger Gläubiger in der Schweiz verbunden mit Einlagenfinanzierung der Banken im großen Stil.

Umgekehrt aber sah die Ratingagentur das Ausfallrisiko bei Anleihen für die vorrangigen Gläubiger bei zwei Banken als erhöht an. Bei der Raiffeisen Schweiz senkte Moody's das entsprechende Emittentenrating auf Aa3 auf A2, bei der Bank Julius Bär von A1 auf A2. Belastet wurde das Rating bei beiden Banken durch eine als vermindert eingestufte Wahrscheinlichkeit, dass im Ernstfall die Regierung einspringt.

Bei diesem Punkt profitierten die Kantonalbanken in St. Gallen und Zürich davon, dass sie im Besitz des Kantons sind. Im Gegenzug sieht die Ratingagentur die Kantonalbanken stark den Risiken in ihrem jeweiligen regionalen Immobilienmarkt ausgesetzt. Bei der St. Galler Kantonalbank führte dies zu einer leichten Herabstufung bei der Basiskreditrisikoeinschätzung von A2 auf A3. Diese schätzt die Wahrscheinlichkeit, dass die Bank von außen unterstützt werden müsste, um eine Pleite zu verhindern.

Die größte Herausforderung für die Schweizer Banken ortet Moody's bei den steigenden Preisen für Eigenheime und weiterhin tiefen Zinsen. Den Ausblick für die Kreditwürdigkeit beurteilte die Ratingagentur bei den meisten Banken als "stabil". Bei der Valiant Bank könnte sich die Ratingagentur bald eine höhere Einstufung vorstellen. Umgekehrt ist es bei Julius Bär: Die Wahrscheinlichkeit für grö0ere Rückstellungen für Rechtsfälle führte hier zu einem negativen Ausblick.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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