Moody's sagt Lebensversicherern schwere Jahre voraus

Die US-Rating-Agentur prognostiziert schwierige Zeiten für deutsche Lebensversicherer: Der Verkauf von Lebens- und Pensionsversicherungsverträgen dürfte auf dem Niveau von 2015 verharren.

London/Berlin. Die anhaltenden Niedrigzinsen werden den deutschen Lebensversicherern nach Ansicht der Ratingagentur Moody's in den kommenden Jahren weiter das Leben schwer machen. Der Verkauf von Lebens- und Pensionsversicherungsverträgen dürfte auf dem Niveau von 2015 verharren, schrieben die Moody's-Experten in einer in der Nacht auf Donnerstag veröffentlichten Studie.

Die neuen Vertragsformen ohne den klassischen Garantiezins, die etwa die Allianz, die Munich-Re-Tochter Ergo und der französische Versicherer Axa anböten, dürften die Rückgänge im klassischen Geschäft nicht ganz auffangen. "Es ist schwieriger, die neuen Produkte den Kunden zu erklären", sagte Moody's-Analyst Benjamin Serra. "Bisher hat man gesagt, es gibt folgende Garantie. Jetzt muss man das ganze Produkt erläutern."

Den negativen Ausblick für die deutschen Lebensversicherer behalten die Rating-Experten daher bei. Zwar seien das 2016 für Deutschland erwartete Wirtschaftswachstum und die niedrige Arbeitslosigkeit positiv für die Versicherer. Das Niedrigzinsumfeld werde diese Effekte jedoch zunichtemachen und die Gewinne der Lebensversicherer weiter schmälern.

Die Schaden- und Unfallversicherer dürften nach Ansicht von Moody's glimpflich davon kommen. Zwar träfen die niedrigen Zinsen auch sie. Allerdings erwartet die Ratingagentur, dass die Tarife in dem Bereich weiter moderat ansteigen. Sofern nicht schwere Klimakatastrophen die Ergebnisse belasteten, dürften die Beitragseinnahmen der Branche daher insgesamt ausreichen, um die Aufwendungen für Schäden, Verwaltung und Vertrieb zu decken. Die kombinierte Schaden-Kosten-Quote dürfte "auf einem angemessenen Niveau von unter 100 Prozent bleiben", schätzt Moody's.

Brüssel/Mountain View /Menlo Park (APA/dpa) - Trotz Widerständen aus anderen EU-Ländern will der französische Präsident Emmanuel Macron sein Vorhaben einer Besteuerung von Internet-Giganten vorantreiben. Er setze dabei auch auf die Zusammenarbeit mit Deutschland, sagte Macron beim EU-Gipfel in Brüssel am Freitag. Es sei ein Problem, dass große Internetfirmen in manchen Mitgliedstaaten bisher keine Mehrwertsteuer zahlten.
 

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