Mögliches Einlenken Athens senkt Zehn-Jahres-Rendite

Brüssel - Das mögliche Einlenken Griechenlands im Streit mit den Europartnern hat sich am Dienstag auf den Anleihemärkten positiv für Athen ausgewirkt. Die Ankündigung von Ministerpräsident Alexis Tsipras zur Vorlage neuer Reformvorschläge diese Woche sowie die Teilentmachtung von Finanzminister Yanis Varoufakis ließ die 10-Jahres-Rendite innerhalb von 7 Tagen von 13,623 auf 11,531 Prozent sinken.

Auch bei den Zwei-Jahres-Papieren zeichnete sich eine deutliche Entspannung ab. Sie fielen im selben Zeitraum - von vor einer Woche bis heute, Dienstag, von 30,046 auf 21,939 Prozent.

Tsipras dürfte von seinem von den anderen Euro-Staaten kritisierten Plan abrücken, den Mindestlohn zu erhöhen. Außerdem dürfte der griechische Premier auch die umstrittenen Frühpensionierungen stoppen und Zusatzpensionen kürzen. Für Luxusreisen auf griechischen Inseln soll es eine neue Steuer geben.

Schließlich bildete die griechische Regierung auch ihr Verhandlungsteam mit den EU-Institutionen um. Mit dem neuen Koordinator Vize-Außenminister Euklides Tsakalotoso kommt es praktisch zu einer Teilentmachtung von Varoufakis, der bei den Eurogruppen-Sitzungen auf immer stärkeren Widerstand der anderen Staaten der Währungsunion stieß.

Zuletzt in Riga, als sich die Stimmung deutlich verschlechterte, Österreichs Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) sagte, er fühle sich "genervt" und es werde "keine Rücksicht mehr auf diplomatische Floskeln" genommen. Schelling forderte innerhalb von zehn Tagen - gerechnet ab vergangenem Freitag wäre dies spätestens Montag nächster Woche - ein klares Papier Athens. Dies könnte sich nun mit der Tsipras-Ankündigung sogar etwas früher erfüllen. Ob es der Eurogruppe reicht, ist offen.

Der südafrikanische Steinhoff-Großaktionär Christo Wiese kappt nach seinem Rücktritt als Verwaltungsratschef weitere Verbindungen zu dem angeschlagenen Handelsriesen. Wiese sagte am Freitag den Verkauf der Einzelhandelskette Shoprite an Steinhoffs Afrika-Tochter STAR ohne Angabe von Gründen ab.
 

Newsticker

Steinhoff-Großaktionär sagt Milliarden-Firmenverkauf ab

Der kriselnde Möbelhändler Steinhoff - Muttergesellschaft von Kika/Leiner - lässt seinen Ankündigungen Taten folgen und versilbert Anteile an der südafrikanischen Investmentgesellschaft PSG Group. So habe das Unternehmen 20,6 Millionen Aktien oder 9,5 Prozent der Anteile an PSG verkauft, teilte Steinhoff am Freitag mit.
 

Newsticker

Steinhoff verkauft Anteile an südafrikanischer Investmentgesellschaft

Am Mittwoch ist die Air-Berlin-Tochter Niki pleitegegangen. Noch gibt es eine leise Hoffnung, die Firma zu erhalten. Unterdessen fischen Konkurrenten bereits nach den hoch qualifizierten Niki-Mitarbeitern. Und auch die Kunden können hoffen, dass sie nicht um ihr Geld umfallen. Die deutsche Regierung muss aber einen Teil ihres 150 Mio. Euro schweren Überbrückungskredits für Air Berlin abschreiben.
 

Newsticker

Niki-Pleite - Chancen für Mitarbeiter und letzte Hoffnung für Firma