Modekette Adler will sich wieder auf ältere Kundschaft konzentrieren

Haibach (APA/dpa) - Auf der Suche nach mehr Kunden hat die Modekette Adler zuletzt versucht, auch deutlich jüngere Kunden für sich zu begeistern. Doch das ging schief. Die einen kamen nicht, die anderen fühlten sich nicht mehr angesprochen. Nun setzt Adler auf die Rückbesinnung.

In der Hoffnung auf höhere Gewinne will die Modekette Adler künftig wieder verstärkt auf die über 55-Jährigen setzen. "Sämtliche Versuche, unsere Zielgruppe zu verjüngen, haben kaum gefruchtet und führten - schlimmer noch - gleichzeitig dazu, dass sich die eigentlich extrem treue Adler-Kundschaft nicht mehr mit 'ihrer, unserer' Marke identifizieren konnte", sagte der Vorstandsvorsitzende, Thomas Freude, dazu im am Donnerstag veröffentlichten Geschäftsbericht. Freude ist seit September 2017 neuer Vorstandsvorsitzender.

Analysen des Unternehmens hätten gezeigt, dass die Zielgruppe 55+ "noch unglaublich viel Potenzial" berge. Deshalb will die Modekette nun alle Energie drauf verwenden, genau diese Altersgruppe bestmöglich zu bedienen. "Das ist unsere DNA, auf sie müssen wir uns besinnen", so Freude weiter. Der durchschnittliche Adler-Kunde ist dem Unternehmen zufolge 62 Jahre alt.

Für die Zukunft kann sich Freude vorstellen, die Adler-Modemärkte zu einem "One-Stop-Shop" für ältere Menschen zu machen. "Wir wollen die Adler-Märkte zu einem Ort machen, an dem unsere Zielgruppe vieles über das reine Bekleidungsangebot hinaus findet, was für sie von Interesse ist. Das kann ein Friseur, ein Drogeriemarkt mit Produkten speziell für Best-Ager oder ein Telekommunikationsanbieter sein."

Adler hat in einem schwierigen Branchenumfeld - viele Kunden shoppen lieber im Internet - im vergangenen Jahr leicht an Umsatz eingebüßt. So nahm das Unternehmen 2017 fast 526 Mio. Euro ein, 2016 waren es fast 19 Mio. Euro mehr. Gleichzeitig konnte Adler vor allem dank geringerer Kosten für Personal und Material einen Gewinn von 3,9 Mio. Euro für sich verbuchen (2016: 400.000 Euro). Die Anleger können deshalb auf eine kleine Ausschüttung hoffen: Die Modekette will den Aktionären eine Dividende von fünf Cent pro Aktie vorschlagen.

Um auch vom Online-Geschäft künftig stärker profitieren zu können, wollen die Franken zudem ihre digitalen Angebote für die Kunden ausbauen. "Wir werden im E-Commerce weiter organisch stark wachsen, allerdings nicht um jeden Preis. Die Verbesserung der Rentabilität steht auch hier im Vordergrund", so Freude.

Für 2018 rechnet der Vorstand mit einem ähnlichen Umsatz wie im vergangenen Jahr, von 2019 an soll er leicht steigen. Die Modekette betreibt 182 Märkte in Deutschland, Österreich, Luxemburg und der Schweiz. Adler beschäftigt fast 3.900 Mitarbeiter.

Frankfurt/London/Brüssel (APA/Reuters) - Die Regierungskrise in Großbritannien hält Anleger von Engagements an den Aktienmärkten ab. Der Dax schloss am Freitag knapp im Minus mit 11.341 Punkten und auch der EuroStoxx50 gab auf 3184 Zähler nach. Auch die Wiener Börse hat knapp im Minus geschlossen. Der ATX fiel 1,01 Punkte oder 0,03 Prozent auf 3.134,10 Einheiten. Der US-Standardwerteindex Dow Jones kam ebenfalls kaum vom Fleck.
 

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Brexit-Chaos macht Anlegern weiter zu schaffen

Washington (APA/Reuters) - Die US-Notenbank Fed steuert laut ihrem Vizechef Richard Clarida auf einen Zinssatz zu, der die Konjunktur weder hemmt noch fördert. Sich auf einem solchen "neutralen" Niveau zu bewegen, sei sinnvoll, sagte der Währungshüter am Freitag dem Sender CNBC. Er sei nicht der Meinung, dass die Erhöhungen der Fed zu weit gingen oder zu schnell vollzogen würden.
 

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Vizechef der US-Notenbank für Zinserhöhungen mit Augenmaß

Rom (APA) - Der italienische Premier Giuseppe Conte plant ein Treffen mit EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker, um ihm zu erklären, warum Italien an seinem umstrittenen Haushaltsplan festhält. Anfang nächster Woche werde er Kontakt zu Juncker aufnehmen, berichtete Conte am Freitag im Gespräch mit Journalisten in Rom.
 

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Italien-Budget: Conte plant nächste Woche Treffen mit Juncker