Mobilfunker Vodafone wuchs wieder aus eigener Kraft - Vorsicht bleibt

Der britische Mobilfunker Vodafone bleibt trotz des zuletzt milden Aufschwungs bei seinen Geschäften vorsichtig. Für das angelaufene Geschäftsjahr 2015/16 (Ende März) rechnet das Unternehmen mit einem Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 11,5 bis 12 Mrd. Pfund, wie Vodafone am Dienstag mitteilte.

Experten rechneten schon mit einem Wert eher am oberen Ende dieser Spanne. Von Jänner bis März war der Umsatz mit Mobilfunkdienstleistungen konzernweit aus eigener Kraft wieder geklettert - Analysten hatten nach fast drei Jahren mit Rückgängen im Schnitt lediglich mit einer stabilen Entwicklung gerechnet.

Im vergangenen Geschäftsjahr 2014/15 wuchs der Umsatz insgesamt um 10,1 Prozent auf 42,2 Mrd. Pfund (58,05 Mrd. Euro), ohne Zukäufe und Wechselkurseinflüsse wären die Erlöse aber um 0,8 Prozent geschrumpft. Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) verdiente das Unternehmen mit 11,92 Mrd. Pfund 7,5 Prozent mehr, höhere Abschreibungen für die Zukäufe Kabel Deutschland und Ono in Spanien belasteten jedoch.

Der Nettogewinn betrug 5,92 Mrd. Pfund - vor einem Jahr hatte Vodafone dank des Verkaufs der Anteile am US-Mobilfunker Verizon Wireless einen rund zehnmal so hohen Wert erzielt.

Vodafone Deutschland treibt die Integration des Kabelnetzbetreibers Kabel Deutschland zügig voran. Die gemeinsamen Vermarktungsaktivitäten sorgten inzwischen für deutlich erhöhte Absätze bei Kabel-Breitband-Angeboten, berichtete das Unternehmen am Dienstag in Düsseldorf. Der Service-Umsatz im Festnetz stieg im Geschäftsjahr 2014/2015 nach Unternehmensangaben auf 3,8 Mrd. Euro. Auch die Integration der Netze komme gut voran.

Im klassischen Mobilfunkgeschäft musste Vodafone Deutschland dagegen auch im vergangenen Geschäftsjahr weitere Umsatzrückgänge hinnehmen. Grund dafür sei vor allem das gesunkene Marktpreisniveau, berichtete das Unternehmen.

Vodafone-Deutschland-Chef Jens Schulte-Bockum verlässt das Unternehmen überraschend. Vodafone Deutschland teilte am Dienstag mit, der Konzernchef habe den Aufsichtsrat über seine Absicht informiert, innerhalb des laufenden Geschäftsjahrs von seinem Amt zurückzutreten. Zuvor hatten bereits die "Rheinische Post" und die "Wirtschaftswoche" über den Rücktritt berichtet. Schulte-Bockum stand seit Oktober 2012 an der Spitze des Konzerns.

Schulte-Bockum sagte zur Begründung lediglich: "Für mich ist es an der Zeit, mich Neuem zuzuwenden." Für eine Übergangszeit werde er die Geschäfte aber noch weiterführen. Vodafone-Welt-Chef Vittorio Colao dankte dem Manager für seine Arbeit.

Die "Rheinische Post" berichtete, Hintergrund der Entscheidung sei, dass das Unternehmen bei seinem Aufholrennen gegenüber der Deutschen Telekom weniger schnell vorangekommen sei, als dies der Mutterkonzern in London gehofft habe. Gegenüber der "Wirtschaftswoche" sprach Schulte-Bockum dem Bericht zufolge von "unüberbrückbaren Differenzen" mit der Konzernspitze.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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