Mit Früchten versehene Produkte müssen nennenswerten Anteil aufwiesen

Wien (APA) - Die Arbeiterkammer hat bei einem Rechtsstreit rund um eine Bananenmilch laut einer Aussendung ein "richtungsweisendes Urteil" erlangt. Demnach müssen Produkte, die mit entsprechenden Fruchtabbildungen versehen sind, auch "nennenswerte Anteile" der Frucht aufweisen. Es reiche nicht aus, wenn im Zutatenverzeichnis der korrekte Anteil ausgewiesen ist.

Ausgangslage für den Spruch war ein Rechtsstreit um eine Bananenmilch, die mit aufgeschnittenen Bananenscheiben auf dem Produkt beworben wurde. "Doch drinnen war gerade einmal ein fingernagelbreites Stück Banane. Der Geschmack kam von synthetischen Aromen", hieß es in der Aussendung der Arbeiterkammer. Für die AK war dies eindeutig eine irreführende Produktaufmachung. Der Hersteller berief sich auf ein korrektes Zutatenverzeichnis.

Die AK bekam nun in erster (Landesgericht Wiener Neustadt) und zweiter Instanz Recht. Das rechtskräftige Urteil des Oberlandesgerichts Wien stelle klar: Ein korrektes Zutatenverzeichnis allein schließt Irreführung durch die Produktaufmachung wie Aussehen, Bezeichnung oder Darstellung einer Zutat nicht aus. Denn viele Konsumenten würden die Zutatenliste nicht oder nicht mit großer Aufmerksamkeit lesen, sondern allenfalls flüchtig wahrnehmen. Das vor allem dann, wenn es sich um Produkte des täglichen Bedarfs handelt. Inzwischen habe das Unternehmen die Zusammensetzung laut AK auch nachgebessert. Die Bananenmilch enthält nunmehr sieben Prozent Bananenmark und fünf Prozent Bananensaft.

"Das Urteil ist durchaus richtungsweisend", resümierte AK Konsumentenschützerin Gabriele Zgubic. "Bisher gibt es noch kaum Rechtsprechung zu der Frage, ob eine auf der Rückseite abgedruckte Zutatenliste ausreicht, um eine irreführende Bewerbung eines Produkts richtig zu stellen, etwa durch eine Fruchtabbildung." Die AK verlangt nun verbindliche Angaben auf der Hauptschauseite der Produkte: Wenn auf der Vorderseite etwa Früchte abgebildet sind, sollte verbindlich und gleich auffällig die dazugehörige Prozentangabe angegeben sein. Soll mit der Abbildungen nur der Geschmack des Produktes gemeint sein, so müsste das mit dem Hinweis "Geschmacksrichtung" beschrieben werden.

Wiesbaden (APA/dpa) - In Deutschland ist unter den Bundesländern ein Streit um die Strafzahlung des VW-Konzerns in Höhe von einer Milliarde Euro wegen des Abgasskandals entbrannt. Das Land Hessen hat nun die Aufteilung des Milliardenbußgeldes unter den Ländern gefordert. Gezahlt hat Volkswagen die Milliarde an das Land Niedersachsen, das maßgeblich am Konzern beteiligt ist.
 

Newsticker

Deutsche Bundesländer streiten um VW-Milliarde

Athen (APA/Reuters) - Die Finanzminister der Euro-Länder wollen die Auszahlung von Milliardenmitteln an Griechenland nach dem Auslaufen des dritten Rettungsprogramms im August an Reformauflagen knüpfen. Insgesamt 4,8 Mrd. Euro bis 2022 sollten nur dann gezahlt werden, wenn die Athener Regierung sich an die Bedingungen eines sogenannten Überwachungsprogramms halte, heißt es in einem Dokument der Eurogruppe.
 

Newsticker

Euro-Länder planen reformabhängige Zahlungen an Griechenland

Berlin/Menlo Park (APA/Reuters) - Facebook will Falschmeldungen auf seiner Plattform weiter erschweren. Die Zusammenarbeit mit unabhängigen Faktenprüfern werde bis Jahresende von derzeit 14 auf weitere Länder ausgedehnt, kündigte das weltgrößte soziale Netzwerk am Donnerstag an. Zudem fänden in nunmehr vier Ländern Tests zur Überprüfung von Fotos und Videos statt.
 

Newsticker

Facebook will schärfer gegen Falschmeldungen vorgehen