Millionenpleite eines Getränkegroßhändlers aus dem Bezirk Tulln

Königsbrunn am Wagram (APA) - Die GBK Getränke Bayer GmbH & Co KG aus Königsbrunn am Wagram (Bezirk Tulln) ist insolvent. Das Unternehmen hat am Landesgericht St. Pölten ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragt, berichtete Gerhard Weinhofer von der Creditreform. Betroffen sind 112 Gläubiger und 31 Arbeitnehmer. Aktiva von rund 588.000 Euro stehen Passiva von etwa 4,15 Mio. Euro gegenüber, hieß es am Montag.

Das Unternehmen betreibt einen der größten privaten Getränkegroßhandel in Ostösterreich. Die Insolvenzursachen liegen in Umsatzrückgängen - auch infolge von strengeren Compliance-Vorschriften - und im Preiskampf sowie in Forderungsausfällen im Gastronomiebereich, teilte Creditreform in einer Aussendung mit.

Die insolvente GBK Getränke Bayer Ges.m.b.H. & Co KG aus Königsbrunn am Wagram (Bezirk Tulln) "plant eine nachhaltige Sanierung über einen Sanierungsplan", teilte der Rechtsvertreter der Gesellschaft, Walter Anzböck, am Montag mit. Die 31 beschäftigten Dienstnehmer sollen "zum Großteil behalten werden", hieß es in einem Schreiben. Gläubigern wird eine Quote von 20 Prozent binnen zwei Jahren angeboten.

Franz Bayer gründete das Unternehmen vor 45 Jahren, der Getränkegroßhändler entwickelte sich aus einem kleinen Weinbaubetrieb. Am Montag wurde die Eröffnung eines Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung beantragt. Das Weingut selbst und die Bayer Weine GmbH seien von der Sanierung nicht betroffen, wurde betont.

Jahrelanger Rechststreit

"Auslöser für die Insolvenz war eine jahrelange Betriebsprüfung des Finanzamtes, das nach einem jahrelangen Rechtsstreit aus rein formalen Gründen umsatzsteuerfreie Geschäfte in das EU-Ausland, sogenannte innergemeinschaftliche Lieferungen, nicht anerkannt und der Getränke Bayer GmbH & Co KG Umsatzsteuern in mehrfacher sechsstelliger Höhe vorgeschrieben hat, die die Firma Bayer gutgläubig nicht verrechnet hat", teilte der Rechtsanwalt mit.

Die Bescheide werden Anzböck zwar bekämpft, haben aber keine aufschiebende Wirkung. Daher mussten laut dem Schreiben diese Auslandsgeschäfte eingestellt werden. Zudem seien die Weihnachtsbestellungen großer Unternehmen aufgrund der strengen Compliance-Bestimmungen in den vergangenen Jahren rückläufig gewesen.

"Grundsätzlich erfüllt das Unternehmen aber alle Voraussetzungen, um auch weiterhin positiv zu bestehen und wird deshalb weitergeführt. Es können sämtliche anstehende Aufträge erfüllt werden", berichtete Anzböck.

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