Millionenfonds für gekündigte Karstadt-Mitarbeiter

Der angeschlagene Warenhauskonzern Karstadt, der dem Tiroler Immo-Investor Rene Benko gehört, zahlt insgesamt 2,5 Mio. Euro in einen Fonds für von Kündigungen betroffene Mitarbeiter. Das sieht ein Tarifsozialplan vor, den das Unternehmen mit der Gewerkschaft ver.di vereinbart hat, wie die Arbeitnehmerorganisation am Donnerstag mitteilte.

Karstadt-Beschäftigte, die im Rahmen der derzeit laufenden Kündigungen in den nächsten Monaten in eine Transfergesellschaft wechseln, sollen aus dem Fonds einen Betrag in Höhe von 2.300 Euro erhalten, um soziale Härten abzufedern. Laut ver.di schreibt der Tarifsozialplan für die Beschäftigten der sechs Warenhäuser, die in diesem Jahr geschlossen werden sollen, eine "rückwirkende Tarifleistung" fest. "Diese Beschäftigten bekommen für ein Jahr die Folgen aus dem Ausstieg aus der Tarifbindung finanziell kompensiert", erklärte die Gewerkschaft.

Ver.di-Verhandlungsführer Arno Peukes betonte: "Wir wissen, das wir die Folgen der Erwerbslosigkeit nicht vollständig abfedern können." Der Tarifsozialplan könne aber zumindest einen Teil der entstehenden Härten abmildern. Nach Angaben des Gewerkschafters haben inzwischen rund 900 Mitarbeiter Kündigungen erhalten. Zahlreich weitere Stellen seien sozialverträglich abgebaut worden. Insgesamt würden so rund 2.400 Arbeitsplätze gestrichen.

Die Tarifverhandlungen für Karstadt sollen in der kommenden Woche fortgesetzt werden. Ver.di fordert in den Verhandlungen unter anderem eine Standortsicherung für alle Karstadt-Häuser und Beschäftigungsgarantien für alle verbliebenen Arbeitsplätze.

Der südafrikanische Steinhoff-Großaktionär Christo Wiese kappt nach seinem Rücktritt als Verwaltungsratschef weitere Verbindungen zu dem angeschlagenen Handelsriesen. Wiese sagte am Freitag den Verkauf der Einzelhandelskette Shoprite an Steinhoffs Afrika-Tochter STAR ohne Angabe von Gründen ab.
 

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Steinhoff-Großaktionär sagt Milliarden-Firmenverkauf ab

Der kriselnde Möbelhändler Steinhoff - Muttergesellschaft von Kika/Leiner - lässt seinen Ankündigungen Taten folgen und versilbert Anteile an der südafrikanischen Investmentgesellschaft PSG Group. So habe das Unternehmen 20,6 Millionen Aktien oder 9,5 Prozent der Anteile an PSG verkauft, teilte Steinhoff am Freitag mit.
 

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Steinhoff verkauft Anteile an südafrikanischer Investmentgesellschaft

Am Mittwoch ist die Air-Berlin-Tochter Niki pleitegegangen. Noch gibt es eine leise Hoffnung, die Firma zu erhalten. Unterdessen fischen Konkurrenten bereits nach den hoch qualifizierten Niki-Mitarbeitern. Und auch die Kunden können hoffen, dass sie nicht um ihr Geld umfallen. Die deutsche Regierung muss aber einen Teil ihres 150 Mio. Euro schweren Überbrückungskredits für Air Berlin abschreiben.
 

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Niki-Pleite - Chancen für Mitarbeiter und letzte Hoffnung für Firma