Milliarden-Fonds von Schweizer Vermögensverwalter GAM in Turbulenzen

Zürich (APA/Reuters) - Mehrere Fonds des Vermögensverwalters GAM Holding mit einem Gesamtvolumen von 7,3 Mrd. Franken (6,3 Mrd. Euro) drohen in Schieflage zu geraten. Nach der Suspendierung des Fondsmanagers Tim Haywood hätten viele Fondsinhaber ihre Anteile zurückgeben wollen, erklärte das Institut am Donnerstag. Daraufhin habe GAM alle Zeichnungen und Rücknahmen ausgesetzt.

Nun würden sämtliche Möglichkeiten geprüft, inklusive einer Liquidierung der Anlagevehikel. Betroffen seien Fonds, die uneingeschränkt in Anleihen investiert haben. Vorbörslich gab die Aktie mehr als fünf Prozent nach.

GAM hatte am Dienstag die Abberufung des Fondsmanagers im Anschluss an eine interne Untersuchung bekanntgegeben. Grund dafür sei sein Umgang im Risikomanagement und seinen Aufzeichnungen in bestimmten Fällen. Zweifel an seiner Aufrichtigkeit gebe es jedoch nicht, hatte GAM erklärt - ohne weitere Details bekanntzugeben.

Zwar verfügten die betroffenen Fonds über die nötige Liquidität, um dem Ansturm der Investoren gerecht zu werden, hieß es nun. Ein Abzug von Fondsvermögen würde jedoch zu einer Verschiebung der Portfolios führen - was sich wiederum negativ auf die verbleibenden Fondsinhaber auswirken könnte, begründete GAM den Schritt. Vor allem professionelle Anleger wie Versicherungen oder Pensionsfonds könnten ihre Anteile in einem solchen Fall schnell abziehen. Privatanleger, die langsamer reagieren, hätten dann möglicherweise Probleme.

Andere Geschäftsbereiche seien nicht betroffen, versicherte GAM. "Der Verwaltungsrat ist sich bewusst, dass die jüngsten Ereignisse einen Rückschlag für das Unternehmen darstellen. Wir haben jedoch absolutes Vertrauen in die Stärke von GAM als diversifizierten Vermögensverwalter", sagte GAM-Verwaltungsratschef Hugh Scott-Barrett.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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