Milchquote-Ende - Deutsche Bauern sehen Risiken und Chancen

Berlin - Nach dem Wegfall der EU-Milchquote sehen die deutschen Bauern neue Risiken und Chancen. Milcherzeuger und Molkereien müssten sich darauf einstellen, dass die Preise zukünftig stärker schwanken, teilte der Bauernverband am Dienstag in Berlin mit. Ab 1. April gebe es aber auch mehr unternehmerische Entscheidungsfreiheit, bisherige Kosten der Quote würden gespart.

Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) fürchtet, dass die Produktion ausgeweitet wird und die Preise für Erzeuger weiter sinken. Die Mengenbegrenzung über Quoten war 1984 als Schutzmechanismus eingeführt worden und lief am 31. März aus.

Der BDM-Vorsitzende Romuald Schaber sagte im WDR5-Morgenecho, derzeit sei Rohmilch bereits so billig, dass die Kosten der Bauern bei weitem nicht gedeckt würden. Weiter sinkende Preise gefährdeten die Existenz kleinerer Höfe. Sie müssten Nischen finden und etwa auf Bioproduktion setzen. "Es wird vermutlich aber nicht für alle eine Lösung geben." Der Bauernverband rief die Molkereien auf, auch neue Märkte zu erschließen. Vor allem in Schwellenländern steige die Nachfrage.

Deutschlands größte Molkerei, DMK Deutsches Milchkontor, erwartet steigende Absatzmengen. Gerechnet werde mit einer Zunahme der Milchmenge um ein bis zwei Prozent jährlich. "Wir sehen aber gute Chancen, die zusätzliche Milch gut zu vermarkten", sagte Sprecher Hermann Cordes. Aktuell zahle DMK den Landwirten 28 Cent je Liter, 2014 waren es 39 Cent.

Die Milchquote sollte eine Balance zwischen Angebot und Nachfrage herstellen. Nach Einschätzung des deutschen Landwirtschaftsministeriums hat sie die Einkommen der Milchbauern jedoch nicht stabilisiert. Stattdessen schwankten die Preise für Rohmilch in den vergangenen 30 Jahren um bis zu 20 Cent je Kilo. Die Zahl der Milcherzeuger in Deutschland sank seit 1984 von 369.000 auf 77.000. Abgeschafft wird die Quote nun, weil die Nachfrage nach Milch weltweit steigt und Europas Bauern von diesen Exportchancen profitieren sollen.

Die Grünen warnten, niedrige Milchpreise könnten Betriebe ruinieren. Am Ende würden die Milchbauern einen Weg gehen, den man schon bei der Schweine- oder Hühnermast gesehen habe, sagte Fraktionschef Anton Hofreiter im ZDF-Morgenmagazin. "Nämlich, dass wir im Grunde nur noch Riesenställe haben und die bäuerliche Landwirtschaft in dem Bereich verschwindet." Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) fürchtet, Milcherzeuger gerieten unter zusätzlichen Preisdruck und die Tierhaltung werde in immer größeren Ställen konzentriert.

Die CSU-Agrarpolitikerin Marlene Mortler nannte es richtig, die Quote jetzt auslaufen zu lassen. "Sie ist zu einer einseitigen Belastung der europäischen Milchbauern geworden." Die deutsche Bundesregierung müsse sich in Brüssel weiter für Erhalt und Ausbau des Sicherheitsnetzes für die Milchbauern bei extremen Marktkrisen einsetzen.

Berlin/Frankfurt (APA/dpa) - Der irische Billigflieger Ryanair hat die Gewerkschaft Verdi als Verhandlungspartner für das in Deutschland stationierte Kabinenpersonal anerkannt. Die Gewerkschaft will nun zügig Tarifverhandlungen aufnehmen, wie sie am Mittwoch mitteilte.
 

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Ryanair erkennt Verdi als Verhandlungspartner für Kabine an

München (APA/Reuters) - Die deutsche Internet-Kleinanzeigenbörse Scout24 will mit der Übernahme des Vergleichsportals Finanzcheck.de künftig mehr an Gebrauchtwagen-Krediten verdienen. Der Münchner Betreiber der Portale autoscout24.de und immobilienscout24.de zahlt für den defizitären Ratenkredit-Vermittler 285 Millionen Euro.
 

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Scout24 kauft Vergleichsportal Finanzcheck.de

Washington/Berlin (APA/Reuters) - IWF-Chefin Christine Lagarde hat US-Präsident Donald Trump vor einer Eskalation des Handelsstreits gewarnt. "Die Spannungen in der Handelspolitik haben bereits ihre Spuren hinterlassen, das Ausmaß der Schäden aber hängt davon ab, was die Politik als Nächstes tut", schrieb Lagarde in einem am Mittwoch veröffentlichen Blog im Vorfeld des G-20-Finanzministertreffens am Wochenende in Buenos Aires.
 

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IWF-Chefin Lagarde - Handelsstreit dürfte USA am härtesten treffen