Metro vor Verkauf der Supermarktkette Real

Düsseldorf (APA/Reuters) - Der deutsche Handelsriese Metro will seine Supermarkt-Tochter Real möglichst im Gesamtpaket verkaufen. Metro-Chef Olaf Koch erteilte einer Zerschlagung am Freitag eine Absage. Die Kette mit 34.000 Mitarbeitern solle unter einem neuen Eigentümer ihren Weg in die Zukunft fortsetzen, betonte er in einer Telefonkonferenz. Es gebe Interesse an der mit Umsatzrückgängen kämpfenden Kette.

Deutsche Konkurrenten wie Edeka oder Rewe werden aber wohl nicht zuschlagen, das Kartellamt dürfte dem einen Riegel vorschieben.

Mit dem Einstieg des tschechischen Milliardärs Daniel Kretinsky bei Metro habe die Entscheidung zum Verkauf nichts zu tun, unterstrich Koch. Für den Metro-Chef, der wegen der Kursentwicklung der Metro-Aktie bei Investoren zuletzt in der Kritik stand, könnte eine erfolgreiche Real-Veräußerung ein Befreiungsschlag werden. Er will Metro auf das Großhandelsgeschäft konzentrieren.

Koch warb für die Kette: Real verfüge in Deutschland über ein Netz aus 282 Märkten, ein rasch wachsendes Online-Geschäft und ein attraktives Immobilienportfolio von 65 Standorten. "Wir wissen, dass es Interesse für Real gibt." Metro sei bereits in der Vergangenheit auf die Kette angesprochen worden. Einen großen Teil des Real-Geschäfts hatte Metro bereits vor Jahren verkauft - 2012 gingen die Osteuropa-Aktivitäten an den französischen Wettbewerber Auchan. Auf dem Deutschland-Geschäft war Metro damals sitzengeblieben.

Koch hatte in den vergangenen Jahren einen Umbau in Angriff genommen. In Krefeld entwickelte Real eine Modell-Markthalle, das Konzept soll auf zwei weitere Märkte erweitert werden, in weiteren 19 Märkten wurden Teile davon übernommen. Zudem wächst das Online-Geschäft der Kette. Es soll in diesem Geschäftsjahr um knapp 90 Prozent auf über 380 Mio. Euro steigern. Insgesamt hatte Real aber in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2017/18 ein Umsatzminus von 1,5 Prozent auf 5,4 Mrd. Euro verzeichnet. Im dritten Quartal schrumpften die Erlöse dabei sogar um 7,2 Prozent. Der operative Verlust (Ebitda) lag im dritten Quartal bei 7 Mio. Euro, vor Jahresfrist gab es noch ein Plus von 33 Mio. Euro.

Koch drückt bei Real die Lohnkosten, um die Kette profitabler zu machen. "Mit der Umsetzung des neuen Tarifmodells hat Real die Grundlage für wettbewerbsfähige Kostenstrukturen geschaffen", teilte der Konzern mit. Der Metro-Chef hatte in der Vergangenheit beklagt, die Lohnkosten bei Real lägen rund 30 Prozent über denen von großen Wettbewerbern. Als Konsequenz stieg Real aus dem Flächentarifvertrag mit der Gewerkschaft Verdi aus, neue Mitarbeiter fallen nun unter das neue und billigere Tarifmodell. Verdi hatte im Juli zu bundesweiten Ausständen aufgerufen. Die Gewerkschaft wolle im Herbst sehen, wie es weitergehe, hatte eine Sprecherin gesagt.

An der Börse kamen die Pläne für einen Verkauf der Supermarktkette gut an. Die Aktien zählten mit einem Plus von bis zu drei Prozent zu den größten MDax-Gewinnern. Analysten begrüßten die Pläne. Die Trennung von einem Geschäft, das in der Vergangenheit enttäuscht habe, könne nicht schlecht sein, urteilten Bernstein-Analysten. Als möglichen Käufer brachten sie den Online-Riesen Amazon ins Spiel. Dieser hatte jüngst in den USA eine Supermarktkette erworben und ist in Deutschland bereits im Lebensmittel-Geschäft aktiv.

London (APA/Reuters/dpa) - Einen Tag nach dem von Konfrontation geprägten EU-Gipfel in Salzburg hat die britische Premierministerin Theresa May Härte demonstriert und von Brüssel neue Brexit-Vorschläge gefordert. Die Verhandlungen seien in einer Sackgasse. "Ich habe die EU immer mit Respekt behandelt. Großbritannien erwartet dasselbe", sagte May in ungewöhnlich scharfen Worten am Freitag in London.
 

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May demonstriert nach EU-Gipfel Härte in Brexit-Gesprächen

Wien/Stuttgart (APA) - "Wir müssen ein anderes Denken üben", so der Appell von Eckhard Minx, Zukunftsforscher und Vorstandssprecher der "Daimler und Benz Stiftung" beim heutigen "Deutsch-Österreichischen Technologieforum" in Wien. Die Menschen hätten das "Trugbild der Beständigkeit" im Kopf, dabei stehe die Gesellschaft vor einem grundsätzlichen Wandel. "Digitalisierung ist so was wie ein Tsunami", so Minx.
 

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Zukunftsforscher: "Digitalisierung ist so was wie ein Tsunami"

Wien (APA) - Zahlreiche Missstände hat der Rechnungshofbericht zur bereits aufgelösten Bundesanstalt für Verkehr (BAV) zutage gebracht. Nachdem der RH die Staatsanwaltschaft eingeschaltet hat, wird gegen drei Beschuldigte wegen Amtsmissbrauch und Untreueverdacht ermittelt. So sollen Millionen zu viel überwiesen worden sein, knapp 350.000 Euro ohne Gegenleistung gezahlt und Untersuchungsberichte nie veröffentlicht worden sein.
 

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Bundesanstalt für Verkehr: Amtsmissbrauch- und Untreueverdacht