Metro-Chef erwartet mehr Investitionen durch neuen Kaufhof-Eigner

Düsseldorf - Nach dem Zuschlag für den kanadischen Handelskonzern Hudsons's Bay (HBC) im Bieterrennen um die deutsche Warenhaus-Kette Kaufhof rechnet der Chef der Muttergesellschaft Metro, Olaf Koch, mit deutlich höheren Investitionen in das Handelsunternehmen. HBC habe "ganz andere Investitionsmöglichkeiten" als Metro, sagte Koch im Gespräch mit dem Magazin "Wirtschaftswoche".

"Kaufhof wird jetzt die Aufmerksamkeit und die Mittel erhalten, die das Unternehmen verdient hat", sagte Koch. Metro habe dagegen immer vor dem Dilemma gestanden, dass jeder Euro, den das Unternehmen in die Expansion anderer Töchter gesteckt habe, ungleich mehr Rendite erzielt habe, als ein entsprechender Einsatz bei Kaufhof. Hudson's Bay will Kaufhof für rund 2,8 Mrd. Euro übernehmen.

Ein Hudson's-Bay-Sprecher wollte auf Anfrage keine konkreten Angaben zur Höhe der geplanten Investitionen in die Kaufhof-Häuser machen. Das kanadische Unternehmen hatte nach Bekanntwerden der Entscheidung angekündigt, 40 der 59 zu Kaufhof gehörenden Warenhaus-Immobilien in ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem US-Immobilienkonzern Simon Property einbringen zu wollen.

Den Wert des Immobilienpakets hatte HBC mit rund 2,4 Mrd. Euro beziffert. Auch nach dem Verkauf werde das kanadische Unternehmen die Mehrheit an dem Gemeinschaftsunternehmen behalten, hieß es. HBC habe damit nicht vor, die Kontrolle über die Immobilien abzugeben, sagte ein Unternehmenssprecher. In Unternehmenskreisen hieß es, dass HBC so günstigere Kredite erhalten könnte, um etwa in die Filialen zu investieren. Die "Börsenzeitung" und die "WAZ" hatten über das Geschäft berichtet.

Mit ihrem Angebot für Kaufhof hatten die Kanadier den österreichischen Karstadt-Eigentümer Signa rund um den Tiroler Investor Rene Benko ausgestochen, der ebenfalls für Kaufhof geboten hatte. Hudson's Bay hatte angekündigt, keine Standorte zu schließen und keine Mitarbeiter entlassen zu wollen. Die Zusagen sollen zunächst für drei Jahre gelten.

Hudson's Bay, gegründet 1670, ist nach eigenen Angaben Nordamerikas ältestes Unternehmen. Der Konzern betreibt in den USA und in Kanada mehr als 300 Warenhäuser und Fachgeschäfte. Zum Firmenimperium gehört auch die bekannte US-Warenhauskette Saks Fifth Avenue. Die Übernahme von Kaufhof wäre ein erster Schritt auf den europäischen Markt.

Frankfurt (APA/Reuters) - Die Lufthansa kann nach Einschätzung eines Experten noch in diesem Jahr mit der Genehmigung der EU-Kommission für den Kauf eines großen Teils der insolventen Air Berlin rechnen - aber nur unter harten Bedingungen. "Es wird Auflagen geben, die noch über die Abgabe von Slots hinausgehen dürften", erklärte Luftfahrtexperte Ulrich Schulte-Strathaus am Dienstag bei einer Branchenkonferenz in Frankfurt.
 

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Lufthansa muss mit harten EU-Auflagen rechnen

Dallas (Texas)/New York (APA/Reuters) - Der US-Telekomkonzern AT&T will nach dem Einspruch der US-Regierung die geplante milliardenschwere Übernahme des Medienkonzerns Time Warner vor Gericht durchboxen. AT&Ts Prozessanwalt Dan Petrocelli sagte dem Sender CNBC am Dienstag, dass das Fusionsvorhaben keine Bedrohung für die Verbraucher darstelle. Die Klage des Justizministeriums sei deshalb "töricht".
 

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AT&T-Anwalt will für Time-Warner-Kauf vor Gericht ziehen

Wien/Wels (APA) - Der oberösterreichische Industrielle Stefan Pierer hat über ihm nahestehende Gesellschaften seinen Anteil an der KTM Industries AG weiter aufgestockt. Die Pierer Industrie AG habe von Organen der KTM Industries AG sowie von der Gesellschaft nahestehenden Personen insgesamt 12,2 Mio. Aktien zu je 4,80 Euro/Aktie erworben. Das entspreche rund 5,42 Prozent des Grundkapitals.
 

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Pierer stockt bei KTM Industries auf