Metaller-KV: Der heiße Herbst der Lohnverhandlungen beginnt

Der heiße Herbst der Lohnverhandlungen beginnt. Grund ist nicht die Witterung, sondern der Start der richtungsweisenden Kollektivvertragsverhandlungen der Metaller. Seit einer rasch durchgezogenen Novelle des Arbeitszeitgesetzes - Stichwort: Zwölfstundentag - sind die Arbeitnehmervertreter im Kampfmodus. Schließlich seien die Sozialpartner nicht in die Gesetzwerdung eingebunden gewesen.

Die Gewerkschafter wollen sich nun in den KV-Verhandlungen "zurückholen", was ihnen durch die Gesetzesnovelle genommen worden sei. Um Einigkeit zu demonstrieren und wohl auch um Druck aufzubauen, organisiert der ÖGB für Dienstag (18.9.), also zwei Tage vor der offiziellen Übergabe der Gewerkschaftsforderungen an alle Arbeitgeberverbände am Donnerstag (20.9.), auch eine "Erste österreichweite KV-VerhandlerInnen-Konferenz".

"Die Kritik des ÖGB und der Gewerkschaften am Zustandekommen und am Inhalt des neuen Arbeitszeitgesetzes bleibt unvermindert aufrecht", teilte die GPA-djp den Konferenzteilnehmern mit. "Wir werden dieses Diktat zugunsten der Arbeitgeber ohne einen einzigen Punkt, der zu einer Verbesserung für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer führt, keinesfalls akzeptieren - jetzt wenden wir uns an die Besteller dieses Gesetzes."

Derzeit definieren alle Teil-Gewerkschaften ihre Forderungen, die in den Branchen geregelt werden. Erstmals werden dann alle Forderungen gemeinsam beschlossen und präsentiert. "Wir werden Branche für Branche zurückholen, was den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern genommen wurde. Im Herbst ist Zahltag - den Preis legen wir gemeinsam fest", heißt es gegenüber den Gewerkschaftern, die an der Konferenz teilnehmen werden. Zu den Forderungen dürfte neben einem kräftigen Lohnplus mehr geblockte Freizeit - Stichwort: Viertagewoche - und der Dauerbrenner einer leichteren Erreichbarkeit der sechsten Urlaubswoche gehören. Die Viertagewoche ist zwar im Metaller-KV verankert, angewendet wird sie aber nicht so oft.

Dass die Zeichen auf Konflikt stehen, zeigte sich nicht nur bereits im Frühsommer sondern auch neuerlich in der laufenden Woche. Die Arbeitgebervertreter der Metalltechnischen Industrie luden im Vorfeld der Lohnverhandlungen zu einer Pressekonferenz in der sie um Kalmierung bemüht waren. Politische Auseinandersetzungen hätten keinen Platz in den KV-Gesprächen. "Es gibt durch das neue Arbeitszeitgesetz keine Verschlechterungen. Es gibt keinen Grund, politisch zu agieren", sagte Christian Knill, Obmann des Fachverbands Metalltechnische Industrie in der Wirtschaftskammer (WKÖ). Die Abschlüsse der vergangenen Jahre - voriges Jahr gab es ein Lohn- bzw. Gehaltsplus von 3 Prozent - seien für die Branche zu hoch gewesen. Es sei ein "Schaden für die Wettbewerbsfähigkeit entstanden", sagte Knill.

Insgesamt werden jedes Jahr mehr als 450 Kollektivverträge abgeschlossen. Neben Spielregeln fürs Arbeitsleben werden vor allem Regelungen für das Einkommen und für die Arbeitszeit getroffen. Die Metaller-KV-Verhandlungen, mit denen der Startschuss erfolgt, gelten dabei traditionell als richtungsweisend. Los geht es mit der Metalltechnischen Industrie, weitere Metaller-Sparten sind Bergbau-Stahl, Fahrzeugindustrie, Gießereiindustrie, Nichteisen-Metallindustrie sowie Gas- und Wärmeversorgungsunternehmungen.

Dornbirn/Jennersdorf (APA) - Der Leuchtenhersteller Zumtobel schließt die Produktion seiner Komponententochter Tridonic in Jennersdorf im Burgenland. Mit der Reduktion des Personalstands werde ab März 2019 begonnen, bis November 2019 werden rund 90 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz verlieren, teilte das Unternehmen Dienstagnachmittag mit.
 

Newsticker

Zumtobel schließt Produktion in Jennersdorf: 90 Mitarbeiter betroffen

Frankfurt (APA/awp/sda/Reuters) - Die EZB-Aufsicht will Banken wegen Geldwäsche stärker unter die Lupe nehmen. Unter anderem werde ein Anti-Geldwäsche-Büro errichtet, kündigte die oberste EZB-Bankenaufseherin, Daniele Nouy, am Dienstag im Wirtschafts- und Währungsausschuss des EU-Parlaments an.
 

Newsticker

EZB plant stärkere Koordinierung im Kampf gegen Geldwäsche

Düsseldorf (APA/Reuters) - Der deutsche Energiekonzern Steag will vom Versorger RWE die Mehrheitsbeteiligung an dem gemeinsamen Steinkohlekraftwerk Bergkamen übernehmen. Steag habe eine Option dazu gezogen und die Pläne beim Bundeskartellamt angemeldet, bestätigte der Konzern am Dienstag.
 

Newsticker

Steag will von RWE Mehrheit an gemeinsamen Kohlekraftwerk übernehmen