Metaller-KV - Arbeitnehmer schließen mehrjährigen Abschluss aus

Wien (APA) - Die Verhandlungen zum Metaller-KV gehen kommende Woche (Dienstag und Freitag) in die dritte und vierte Runde, die Fronten sind verhärtet. Jetzt hat die Arbeitnehmerseite den Wunsch der Arbeitgebervertreter nach einem mehrjährigen oder zumindest 18-monatigen Abschluss ausgeschlagen.

"Das kommt für uns nicht infrage. Das widerspricht auch einer sonst so gewünschten Flexibilität", sagte Karl Dürtscher (GPA-djp) am Rande einer ÖGB-Aktion gegen den "12-Stunden-Arbeitstag" direkt vor dem Haus der Industrie, dem Sitz der Industriellenvereinigung in Wien, am Freitag im Gespräch mit der APA. Man werde sich in den weiteren Verhandlungen in der kommenden Woche aber einmal den von der Arbeitgeberseite gewünschten "KV 4.0" erläutern lassen.

Den Protest direkt vor der Tür der IV erklärte Dürtscher damit, dass sich die Arbeitnehmervertreter mit ihrer "Infoveranstaltung" an die "Besteller" des neuen Arbeitszeitgesetzes wenden würden. Der Gewerkschafter äußerte seinen Unmut darüber, dass sich die Arbeitgeber das Gesetz gewünscht hätten, sich nun aber "an der Politik abputzen" würden, in dem es von ihnen hieße, sie würden keine Kompensationen für das neue Gesetz tätigen.

Der Protest selber war laut und versperrte einen Radweg. Also waren zwischendurch immer wieder Radler mit langen Gesichtern zu sehen. Die IV hatte sich mit einem "Gegen"-Plakat an einem Erdgeschoßfenster gewappnet, das auf die Sinnhaftigkeit der Arbeitszeitflexibilisierung verweist. Ein weiteres IV-Plakat in der Mitte des Schwarzenbergplatzes - neben Videowall und Plakaten des ÖGB - musste am frühen Nachmittag abtransportiert werden, es war offenbar nicht genehmigt gewesen.

Seit der Änderung des Arbeitszeitgesetzes per 1. September, die einen 12-Stunden-Tag erleichtert und eine 60-Stunden-Woche ermöglicht, gehen die Wogen hoch. Die Arbeitgebervertreter sehen eine notwendige Arbeitszeitflexibilisierung. Die Arbeitnehmervertreter fühlen sich hingegen überrumpelt und übervorteilt. Der ÖGB sieht die Industriellenvereinigung und die Wirtschaftskammer als "Besteller" der entsprechenden Novelle des Arbeitszeitgesetzes, die im Parlament durch die Regierungsparteien ÖVP und FPÖ sowie von den NEOS beschlossen wurde.

Bei allen KV-Verhandlungen im Herbst wollen die Gewerkschaften "zurückholen", was ihnen "genommen worden" sei.

Wien (APA) - Im Korruptionsprozess gegen Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser (FPÖ/ÖVP), Walter Meischberger, Peter Hochegger und andere begab sich heute die Richterin auf die Spur einer Immobilieninvestmentvereinbarung zwischen Meischberger und dem mitangeklagten Makler Ernst Karl Plech. Die mit 2006 datierte Vereinbarung wurde laut Anklage erst im Herbst 2009 erstellt und unterschrieben.
 

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Grasser-Prozess - Richterin folgt Spur der Immoinvestvereinbarung

Wien (APA) - Die Kollektivvertragsverhandlungen der Metaller sind am Dienstag in die dritte Runde gegangen. Kurz vor Beginn der Gespräche bestätigte sich, dass die Fronten weiterhin verhärtet sind und am heutigen Verhandlungstag nicht mit einer Einigung zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern zu rechnen sein dürfte. Für Freitag ist gegebenenfalls eine weitere Verhandlungsrunde angesetzt.
 

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Metaller-KV - Standpunkte in dritter Runde noch weit auseinander

Palo Alto (Kalifornien) (APA/dpa) - Der nach einer Klage wegen Marktmanipulation vereinbarte Vergleich zwischen Tesla-Chef Elon Musk und der US-Börsenaufsicht ist perfekt. Der zuständige Richter Alison Nathan stimmte dem Kompromiss am Dienstag in New York zu, wie aus Gerichtsdokumenten hervorgeht. Dabei hatte der Starunternehmer die Aufseher jüngst noch bei Twitter verspottet.
 

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Richter stimmt Einigung zwischen Tesla-Chef und Börsenaufsicht zu