Metaller-KV - Arbeitgeber fordern vor vierter Runde Zurückhaltung ein

Wien (APA) - Heute Montag gehen die Kollektivvertragsverhandlungen der Metaller in die vierte Runde. Die ersten Treffen haben noch relativ wenig Fortschritte gebracht. Während die Gewerkschaft auf die brummende Wirtschaft verweist und vier Prozent mehr Lohn fordert, mahnte Veit Schmid-Schmidsfelden, Verhandlungsführer für die Wirtschaftskammer, im ORF-Morgenjournal zur Vorsicht.

"Der Branche ist es im ersten Halbjahr 2017 gut gegangen. Die Frage ist, wie nachhaltig ist es? Ist es ein Lüftchen oder ist es eine nachhaltige Entwicklung nach oben?", sagte er. "Wir müssen aufpassen. Wir müssen das Momentum nützen, wir müssen es nützen für Investitionen, die in den letzten Jahren ausgeblieben sind." Abgesehen von Inflation in Österreich und Produktivitätszuwachs sei aber auch der Vergleich mit den Zielländern wichtig. Die Teuerung sei in Österreich höher als in Exportmärkten wie Frankreich, Italien oder die Niederlande. Auch seien die Produktivitätssteigerungen im Vorjahr mit minus 0,4 negativ gewesen, heuer würden in der Branche 1,1 Prozent erwartet. "Das heißt Jubelstimmung haben wir keine", so Schmid-Schmidsfelden.

Auf den Einwand, dass die Gewerkschaftsseite von einer Produktivitätssteigerung von 5,7 Prozent spreche, sagte Schmid-Schmidsfelden: "Es macht natürlich die Verhandlungen nicht leichter, dass die Gewerkschaften derzeit mit Halbwahrheiten argumentieren und deswegen haben wir eben die Gewerkschaften gebeten, ihre Forderungen nochmals zu überdenken". Das gesamte Paket der Gewerkschaften würde zu Kostensteigerungen von sechs Prozent führen: "Es ist schwer bei solchen Forderungen zu einem fairen, vernünftigen Abschluss zu kommen."

Schmid-Schmidsfelden stimmte dem Zitat des Moderator zu, dass die Metaller bei ihren KV-Verhandlungen "ein fast schon archaisches Ritual aus Drohung, Gegendrohung und viel Gepolter" bieten würden und er wünsche sich eine andere Sozialpartnerschaft. Es gehe um "die Verantwortung für den Standort Österreich" und man müsse auf Herausforderungen wie Digitalisierung, aufbrechende Hierarchien, neue Arbeitsformen, neue Berufsbilder eingehen. "Es ist keine Frage, dass viele Themen auf Betriebsebene rascher, flexibler und zukunftsorientierter verhandelt werden können", so Schmid-Schmidsfelden.

Er wollte sich zwar nicht für eine Abschaffung der Pflichtmitgliedschaft in der Kammer aussprechen, sagte aber doch: "Grundsätzlich meine ich, dass eine gute Interessensvertretung eigentlich eine Pflichtmitgliedschaft nicht brauchen würde, weil sie auch sonst von den Mitgliedern nachgefragt würde". Dass die Gewerkschaften zuletzt Lösungen bei der Angleichung der Arbeitsbedingungen der Arbeiter und der Angestellten oder bei der Flexibilisierung der Arbeitszeit über das Parlament gesucht hätten, statt über Sozialpartnerverhandlungen "ist ... natürlich eine Herausforderung sehr schnell neue Formen der Sozialpartnerschaft zu finden".

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