Milliarden-Deal: Merck verkauft Consumer-Health-Sparte an P&G

Berlin/Bangalore (APA/Reuters) - Der deutsche Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck verkauft sein Geschäft mit rezeptfreien Medikamenten für rund 3,4 Mrd. Euro an den US-Konsumgüterriesen Procter & Gamble (P&G). Eine entsprechende Übernahmevereinbarung sei unterzeichnet worden, teilten beide Unternehmen am Donnerstag mit.

Das Geschäft solle bis zum Ende des vierten Quartals 2018 abgeschlossen werden, die Zustimmung der Aufsichtsbehörden stehe noch aus. Merck will mit den Einnahmen in erster Linie Schulden zurückzahlen.

"Der Verkauf des Consumer-Health-Geschäfts ist ein wichtiger Schritt in der strategischen Ausrichtung von Merck auf innovationsgetriebene Geschäfte in den Bereichen Healthcare, Life Science und Performance Materials", sagte Merck-Chef Stefan Oschmann. Bei Analysten kam das positiv an: "Das wird dem Unternehmen dabei helfen, sich auf das Pharmageschäft zu konzentrieren", teilten die Morgan-Stanley-Experten mit. Im Handel bei Lang & Schwarz legten die Merck-Aktien 1,6 Prozent zu.

Procter & Gamble stellt unter anderem Wick-Erkältungsmittel her. Das Unternehmen, das auch für Pampers-Windeln und Ariel-Waschmittel bekannt ist, baut mit dem Zukauf sein Arzneimittel-Geschäft deutlich aus. Zu der Merck-Sparte für rezeptfreie Medikamente gehören neben anderen das Nasenspray Nasivin und Femibion-Schwangerschaftsvitamine. Der Geschäftsbereich setzte im vergangenen Jahr gut 900 Mio. Euro um. Insgesamt sollen nach Merck-Angaben etwa 3.300 Mitarbeiter zu Procter & Gamble wechseln, wenn die Arbeitnehmervertreter zustimmen.

Auch der US-Pharmakonzern Mylan war an dem Geschäft interessiert. Andere mögliche Käufer hatte Merck Insidern zufolge mit seinen Preisvorstellungen von mehr als vier Milliarden Euro verschreckt. Dazu gehörte unter anderem der Lebensmittelkonzern Nestle, Perrigo sowie die Stada-Eigentümer Bain and Cinven.

Neben Merck hatte auch der US-Pharmakonzern Pfizer einen Verkauf seines Geschäfts mit rezeptfreien Gesundheitsprodukten geprüft, zu dem etwa Centrum-Vitaminpräparate gehören und das etwa 20 Milliarden Dollar wert ist. Dieser Prozess war zuletzt aber ins Stocken geraten, nachdem Reckitt Benckiser und der britische Arzneimittelhersteller GlaxoSmithKline einer möglichen Übernahme eine Absage erteilt hatten.

Wien (APA) - Die tschechische Sazka-Gruppe hat vom Bankhaus Schellhammer & Schattera Anteile an der Casinos Austria AG (CASAG) übernommen und ihre Beteiligung damit auf 38,29 Prozent aufgestockt. Der seit längerem bekannte Schritt sei formal abgeschlossen, teilte Sazka am Freitagnachmittag mit.
 

Newsticker

Sazka hält nun 38,29 Prozent an Casinos Austria

Wien (APA) - Der "Kurier" nennt Details zum Abschlussbericht der "Soko Meinl" zu den Ermittlungen im Anlageskandal rund um die Meinl European Land (MEL) des Bankers Julius Meinl. "Vorbehaltlich gutachterlicher Feststellungen beträgt dem Verdacht nach der Schaden am effektiven Vermögen der Aktionäre (...) 1,69 Milliarden Euro", heißt es im Abschlussbericht, so "kurier.at" Freitagabend.
 

Newsticker

Causa Meinl European Land - Anlegerschaden von 1,69 Mrd. Euro

London (APA/awp/sda) - Die Billigfluglinie Easyjet zeigt sich im Streit mit der Gewerkschaft SSP/VPOD gelassen. Man habe die Anliegen der Gewerkschaft zur Kenntnis genommen, teilte die Airline am Freitag als Reaktion auf ein Communiqué von deren Seite mit.
 

Newsticker

Easyjet in Streit mit Gewerkschaft gelassen