Meinl Kaffee trotzt Russland-Krise - Absatz dort um 30 Prozent höher

Wien - Trotz der Russland/Ukraine-Krise konnte Julius Meinl Kaffee im vergangenen Jahr dort kräftig expandieren. Der Umsatz in Russland mit Hotels, Restaurants und Cafés stieg 2014 um 13 Prozent auf 21,5 Mio. Euro, der Absatz legte um 30 Prozent zu. "Wir haben schwächere russische Mitbewerber verdrängt und sind jetzt Marktführer", sagte Meinl-Kaffee-Finanzvorstand Arno Götz im APA-Gespräch.

Niedrigere Rohkaffeepreise und ein schwächerer Euro haben das Geschäft von Meinl Kaffee im Jahr 2014 geprägt. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Jahr davor leicht um 3 Prozent auf 135 Mio. Euro. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Firmenwertabschreibungen (Ebita) erhöhte sich um 7,5 Prozent auf 20 Mio. Euro.

Der Umsatz in Österreich ging hingegen um 7 Prozent auf 39 Mio. zurück. Laut dem Kaffeeröster resultiert die Umsatzdifferenz im Wesentlichen aus der Änderung der Zuordnung von Geschäftsteilen. Der Meinl-Marktanteil im Kaffeesegment inkl. Espresso im österreichischen Handel lag im Vergleich zu 2013 stabil bei 12 Prozent. In Italien stieg der Meinl-Umsatz um 1 Prozent auf 18 Mio. Euro, in der "Adriatic-Region" (Ex-Jugoslawien) erhöhten sich die Erlöse um 14 Prozent auf 21,6 Mio. Euro. Seit 2013 bietet Meinl weltweit auch Tee für die Gastronomie an. Der Tee-Umsatz von Meinl lag 2014 bei 4,5 Mio. Euro, um 12 Prozent höher als im Jahr davor.

Meinl Kaffee hat sich zum Ziel gesetzt, sich in den nächsten 10 bis 15 Jahren als "Weltmarke" in Hotels, Restaurants und Cafés zu etablieren. In den kommenden Jahren seien Ostasien, Australien und der Mittlere Osten im Fokus, so Marcel Löffler, Chef der Julius Meinl Industrieholding. In China ist Julius Meinl Kaffee bereits in den größten 20 Städten vertreten. Auch sollen in den nächsten Jahren die "Lücken" in Europa - nämlich England, Frankreich und Polen - geschlossen werden.

Mit dem Slogan "Julius Meinl, Inspiriert Poeten seit 1862" will Meinl auf die große Wiener Kaffeehaustradition verweisen und den italienischen Mitbewerbern Illy, Lavazza und Segafredo Kunden abspenstig machen. Via Social Media und "Poetry"-Veranstaltungen soll eine junge, kaffeeaffine Zielgruppe angesprochen werden.

Am 21. März, dem UNESCO-Welttag der Poesie, hat Meinl heuer erstmals die Kampagne "pay with a poem" gestartet und für mediales Aufsehen gesorgt. In weltweit 1.150 Cafés und Restaurants in 27 Ländern konnten Kunden ihren Meinl-Kaffee mit einem poetischen Text "bezahlen". Rund 100.000 Gedichte seien am 21. März gesammelt worden, so Löffler. Die Gastronomen hätten dafür Gratis-Kaffee von Meinl erhalten. Die Kampagne soll nun jedes Jahr am 21. März stattfinden.

Julius Meinl Kaffee beliefert weltweit rund 40.000 Hotels, Restaurants und Cafés in über 70 Ländern. Das Unternehmen beschäftigt rund 650 Mitarbeiter, davon rund ein Fünftel in Wien. Geröstet wird der Kaffee in Wien und in Vicenza (Italien). Seit Jahresbeginn können Kaffeeliebhaber auf der Website "MyMeinl" ihre eigene Kaffeemischung - und Röstung zusammenstellen. Mit dieser Mikro-Rösterei will Meinl dem Kundenwunsch nach mehr Individualisierung entsprechen.

Steyr Motors fährt in die Pleite - und will neu durchstarten

Bonität

Steyr Motors fährt in die Pleite - und will neu durchstarten

EZB-Chef Draghi: Über Reformen und das Ende von Anleihenkäufen

Wirtschaft

EZB-Chef Draghi: Über Reformen und das Ende von Anleihenkäufen

Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

Newsticker

Novartis investiert 200 Mio. Euro in Tiroler Standorte