Meinl Kaffee nimmt Frankreich und Benelux-Staaten ins Visier

Meinl will Trend zu Spezialröstungen und Mikroröstereien nutzen. Für Wien ist eine Schaurösterei geplant, die finale Entscheidung dazu ist noch offen. Ein kräftiges Umsatzplus im Jahr 2015 in Ex-Jugoslawien.

Wien. Auf dem Weg zur Gastro-"Weltmarke" will Julius Meinl Kaffee in den nächsten zwei Jahren in Frankreich sowie in Belgien, Niederlande und Luxemburg (Benelux) expandieren. Danach ist der Markteintritt in Skandinavien, Spanien und Portugal geplant, sagte Marcel Löffler, Chef der Julius Meinl Coffee Group, im APA-Gespräch.

Im vergangenen Geschäftsjahr legte der Umsatz von Meinl Kaffee um 7,4 Prozent auf 145 Mio. Euro zu, davon entfielen 5 Mio. Euro auf das Tee-Sortiment. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Firmenwertabschreibungen (Ebitda) stieg um 3,3 Prozent auf 22,2 Mio. Euro. Größter Wachstumstreiber im Jahr 2015 war die "Adriatic-Region" (Ex-Jugoslawien) mit einem Umsatzplus von 23,6 Prozent auf 26,7 Mio. Euro. In Österreich stiegen die Erlöse vor allem aufgrund des Gastro-Geschäfts um 4 Prozent auf 40,5 Mio. Euro. Der Meinl-Marktanteil bei Kaffee im österreichischen Handel lag stabil bei 12 Prozent.

Meinl Kaffee will sich international bis zum Jahr 2025 als "Weltmarke" in Hotels, Restaurants und Cafes etablieren. Der Kaffeeröster ist nach eigenen Angaben Gastro-Marktführer in Österreich, Russland, Dubai und der "Adriatics"-Region. Anfang des Jahres hat Meinl Kaffee den rund um Venedig stark vertretenen italienischen Kaffeeröster India Caffe übernommen. Dadurch steigt der Meinl-Umsatz in Italien von 18,5 auf 22,5 Mio. Euro.

Derzeit ist Meinl Kaffee in 70 Ländern vertreten, unter anderem mit Tochtergesellschaften in der Türkei, England und USA. Der heimische Kaffeeröster beschäftigt 700 Mitarbeiter, davon rund ein Fünftel in Österreich. Rund 40 Prozent des Meinl-Kaffeesortiments sind UTZ oder Fairtrade zertifiziert.

Der Meinl-Kaffee-Chef will sich in den nächsten Jahren stärker mit dem Trend zu Spezialröstungen beschäftigen und weltweit mit Kaffee-Aficionados zusammenarbeiten. Derzeit sei man mit Mikroröstern und der "Community" im Gespräch und wolle gemeinsam Lösungen erarbeiten, so Löffler. Auch eine eigene Kaffee-Submarke sei denkbar. In Wien könnte auch eine größere Meinl-Schaurösterei entstehen. "Es ist aber noch keine Entscheidung getroffen", erklärte der Meinl-Kaffee-Chef.

Mit dem Slogan "Julius Meinl, Inspiriert Poeten seit 1862" verweist Meinl auf die große Wiener Kaffeehaustradition und will damit weltweit gegenüber den italienischen Mitbewerbern Illy, Lavazza und Segafredo punkten. Am 21. März, dem UNESCO-Welttag der Poesie, hat Meinl heuer zum zweiten Mal die Kampagne "pay with a poem" lanciert. In weltweit 1.300 Cafes und Restaurants in 34 Ländern konnten Kunden ihren Meinl-Kaffee mit einem poetischen Text "bezahlen". Mehr als 100.000 Gedichte wurden gesammelt.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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Novartis investiert 200 Mio. Euro in Tiroler Standorte

Rom/Menlo Park (APA) - Nachdem die US-Internetriesen Google und Amazon wegen vermuteter Steuerhinterziehung ins Visier der italienischen Justiz geraten sind, hat sich Facebook mit Italiens Steuerbehörden auf die Zahlung von 100 Mio. Euro geeinigt, um ein Steuerverfahren abzuschließen. Die Mailänder Justiz hatte dem E-Commerce-Riesen Steuerhinterziehung in Höhe von 300 Mio. Euro vorgeworfen, so italienische Medien.
 

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Facebook einigt sich mit italienischem Fiskus und zahlt 100 Mio. Euro