Mehr Versicherer sollen an europäischem Stresstest teilnehmen

Die europäische Versicherungsaufsicht EIOPA will die Branche in diesem Jahr genauer unter die Lupe nehmen. An ihrem Stresstest, in dem alle zwei Jahre die Widerstandsfähigkeit der Versicherer auf die Probe gestellt wird, sollen mehr mittelgroße und kleine Unternehmen teilnehmen.

In jedem Land sollten damit 75 Prozent des Marktes abgedeckt werden, erklärte EIOPA-Präsident Gabriel Bernardino am Dienstag in Frankfurt. Vor zwei Jahren hatte die Behörde 50 Prozent für ausreichend gehalten. Versicherer mit weniger als einem Prozent Marktanteil sind von dem Stresstest allerdings befreit. Die Versicherer müssen die Daten bis Mitte Juli bei der Behörde einreichen, Ergebnisse sollen im Dezember vorliegen.

Es gehe nicht darum, wer den Test bestehe oder nicht, sagte Bernardino, sondern um die Auswirkungen von externen Schocks auf die Branche. Wie vor zwei Jahren testet die EIOPA, wie es den Versicherern in zwei Szenarien ergehen würde, die die Branche hart treffen dürften: zum einen eine lang anhaltende Phase von niedrigen Zinsen, zum anderen ein "Doppelschlag", bei dem die Niedrigzinsphase für Staatsanleihen mit einem Verfall von Aktienkursen, Währungen und Immobilienpreisen verbunden wäre. "Das derzeit herausfordernde wirtschaftliche Umfeld muss sich in einem solchen Stresstest widerspiegeln", sagte Bernardino. Nur so lasse sich zeigen, wo die Branche am verwundbarsten sei.

Vor zwei Jahren hatte sich gezeigt, dass fast ein Viertel der größeren Versicherer in Europa ihre Kapitalanforderungen bei Dauer-Niedrigzinsen wie in Japan nicht mehr erfüllen könnten. In acht bis elf Jahren bekämen sie dann Schwierigkeiten, ihre Zusagen an die Versicherten zu erfüllen. Das Problem treffe vor allem Länder, in denen die Zinsversprechen weit in die Zukunft reichten. In Deutschland etwa kämpfen die Lebensversicherer mit ihren lebenslangen Garantien.


Die EIOPA will zwar die Namen der teilnehmenden Versicherer veröffentlichen, aber - anders als bei Banken üblich - keine Einzelergebnisse. Getestet werden einzelne Unternehmen, auch wenn diese zu großen Versicherungsgruppen gehören, die ihnen notfalls unter die Arme greifen könnten.

Steyr Motors fährt in die Pleite - und will neu durchstarten

Bonität

Steyr Motors fährt in die Pleite - und will neu durchstarten

EZB-Chef Draghi: Über Reformen und das Ende von Anleihenkäufen

Wirtschaft

EZB-Chef Draghi: Über Reformen und das Ende von Anleihenkäufen

Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

Newsticker

Novartis investiert 200 Mio. Euro in Tiroler Standorte

Rom/Menlo Park (APA) - Nachdem die US-Internetriesen Google und Amazon wegen vermuteter Steuerhinterziehung ins Visier der italienischen Justiz geraten sind, hat sich Facebook mit Italiens Steuerbehörden auf die Zahlung von 100 Mio. Euro geeinigt, um ein Steuerverfahren abzuschließen. Die Mailänder Justiz hatte dem E-Commerce-Riesen Steuerhinterziehung in Höhe von 300 Mio. Euro vorgeworfen, so italienische Medien.
 

Newsticker

Facebook einigt sich mit italienischem Fiskus und zahlt 100 Mio. Euro