Mehr Streit als Gemeinsamkeiten - G-7-Treffen wird ungemütlich

Berlin (APA/Reuters) - Der Handelsstreit dürfte das Finanzministertreffen der sieben führenden Industriestaaten in Kanada überschatten. Just am ersten Tag der Beratungen, am Donnerstag dieser Woche, läuft die von Präsident Donald Trump den Europäern gesetzte Frist ab, um die angedrohten US-Zölle auf Stahl- und Aluminiumlieferungen doch noch abzuwenden.

Auf eine Einigung in letzter Minute deutet allerdings nichts hin. Bis jetzt ist Europa nur vorläufig von den Zöllen ausgenommen.

Zu den G-7-Prinzipien gehören eigentlich der freie Handel und der Kampf gegen Protektionismus, auch wenn die Differenzen hier zuletzt überdeutlich waren. Nur gut, dass die Finanzminister aus den USA, Kanada, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Italien und Japan seit längerem nicht mehr darauf festgelegt sind, zwingend nach jedem Treffen eine gemeinsame Erklärung zu formulieren. Denn eine solche werde es dieses Mal auf alle Fälle nicht geben, sagt ein deutscher Regierungsvertreter. Diese Aufgabe hat die G-20-Gruppe übernommen, der auch die großen Schwellenländer wie China und Indien angehören und die die G-7 nach der Finanzkrise als vermeintlich mächtigstes Abstimmungsforum in der Welt ablöste.

Stellen die USA tatsächlich ihre Zölle gegen Europa scharf, so wird dies auch Rückwirkungen auf die G-7 haben. Der Club der Gleichgesinnten könnte dann selbst in große Turbulenzen geraten. Seit Trump mit seiner "America First"-Politik regiert, wankt das Wertegebäude. Wenn der größte G-7-Staat amerikanische Interessen über alle anderen stelle, bleibe wenig Raum für Ausgleich, klagt ein G-7-Veteran.

Aber nicht nur über Zölle und andere Hürden im Handel wird beim G-7-Treffen im kanadischen Wintersportort Whistler wohl gestritten. Auch ein zweiter Konflikt dürfte die Gemüter erhitzen. Denn die Europäer haben den US-Ausstieg aus dem Atomabkommen mit dem Iran mit klaren Worten kritisiert. Trotzdem haben die USA die Islamische Republik mit neuen Sanktionen belegt, die auch iranische Geschäftspartner aus anderen Ländern treffen können. Er werde dazu ein Gespräch von Frankreich, Großbritannien und Deutschland mit US-Finanzminister Steven Mnuchin geben, kündigt ein deutscher Regierungsvertreter an. Die Europäer wollen dabei Schaden von ihren Firmen abwenden. Denn auch diese will die US-Regierung von Iran-Geschäften abhalten.

Auch die politische Krise in Italien könnte in Kanada zur Sprache kommen. Hauptfrage: Was bedeuten die Turbulenzen in Rom für die Stabilität von Europa? Diese Frage könnte sich vor allem an den deutschen Finanzminister Olaf Scholz und seinen französischen Kollegen Bruno Le Maire richten. Denn es ist noch unklar, ob überhaupt ein Minister aus Italien anreist.

Steyr Motors fährt in die Pleite - und will neu durchstarten

Bonität

Steyr Motors fährt in die Pleite - und will neu durchstarten

EZB-Chef Draghi: Über Reformen und das Ende von Anleihenkäufen

Wirtschaft

EZB-Chef Draghi: Über Reformen und das Ende von Anleihenkäufen

Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

Newsticker

Novartis investiert 200 Mio. Euro in Tiroler Standorte

Rom/Menlo Park (APA) - Nachdem die US-Internetriesen Google und Amazon wegen vermuteter Steuerhinterziehung ins Visier der italienischen Justiz geraten sind, hat sich Facebook mit Italiens Steuerbehörden auf die Zahlung von 100 Mio. Euro geeinigt, um ein Steuerverfahren abzuschließen. Die Mailänder Justiz hatte dem E-Commerce-Riesen Steuerhinterziehung in Höhe von 300 Mio. Euro vorgeworfen, so italienische Medien.
 

Newsticker

Facebook einigt sich mit italienischem Fiskus und zahlt 100 Mio. Euro